Umstrittener Rapper Kollegah verliert Rechtsstreit gegen Bayerischen Rundfunk

Mit Coachingseminaren war Rapper Kollegah im Sommer in die Schlagzeilen geraten. Der Bayerische Rundfunk hatte darüber berichtet - und wurde von ihm wegen weniger Wörter verklagt.
Rapper Kollegah: Niederlage in zweiter Instanz

Rapper Kollegah: Niederlage in zweiter Instanz

Foto: Matthias Balk/ DPA

Der Bayerische Rundfunk (BR) muss seinen Podcast über den Rapper Kollegah nicht korrigieren. Eine Gegendarstellung sei nicht nötig, sagte der zuständige Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht (OLG) München. Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt, hatte wegen eines Satzes über sein sogenanntes Alpha-Mentoring-Programm gegen den Sender geklagt.

Eine BR-Redakteurin hatte Anfang August in dem Deutschrap-Podcast "Schacht & Wasabi" berichtet, Journalisten des Magazins "Vice" hätten sich über Wochen in das Coaching-Programm des Rappers eingeschleust. Dies ist laut Kollegahs Anwalt eine falsche Sachaussage, denn zum einen hätten die Journalisten nur acht Tage an dem Programm teilgenommen und zum anderen sei in dem "Vice"-Bericht lediglich von mehreren Wochen Beobachtung die Rede gewesen.

Während ihm das Münchner Landgericht im Oktober in erster Instanz Recht gegeben hatte, kippte das OLG nun die Entscheidung. Der Kontext des "Vice"-Artikels lasse keine andere Schlussfolgerung als die der BR-Redakteurin zu, argumentierte das Gericht.

Kollegah soll Verschwörungstheorien verbreitet haben

Kollegah war wegen der Recherche von "Vice" in Zusammenarbeit mit "BuzzFeed News"  im Sommer in die Schlagzeilen geraten. In dem Artikel der Journalisten hieß es, Kollegah ziehe seine Kunden in seinen Coachingseminaren ab, bezeichne sie als "Lauch" und verbreite Verschwörungstheorien. Die Seminare seien einer Gurubewegung ähnlich.

Kollegah selbst ließ die "Vice"-Journalisten wissen, die Preise und Leistungen des Programms seien marktüblich und konkrete Vorwürfe gegen seine Mitarbeiter würden intern untersucht. Im Übrigen stehe seine Qualifikation in Sachen Selbstorganisation und Erfolg außer Frage.

Kollegah ist einer der erfolgreichsten deutschen Rapper der vergangenen Jahre. Die starke Kritik an der Auszeichnung des Albums "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" von Kollegah und Farid Bang mit einem Echo hatte 2018 zur Abschaffung des Musikpreises geführt. Wegen Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" wurde dem Duo Antisemitismus vorgeworfen.

jki/dpa