Prozess in Kolumbien Paraguayischer Mafia-Ermittler ermordet – vier Personen zu je 23,5 Jahren Haft verurteilt

Sie hatten ihre Tatbeteiligung weitgehend eingeräumt: Drei Männer und eine Frau müssen nach dem Mord an einem paraguayischen Staatsanwalt lange ins Gefängnis. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher geht weiter.
Polizei in Kolumbien

Polizei in Kolumbien

Foto: IMAGO/Sebastian Barros / IMAGO/ZUMA Wire

Ein Gericht im kolumbianischen Cartagena hat vier Personen in Zusammenhang mit dem Mord an einem prominenten Mafia-Ermittler aus Paraguay verurteilt. Gegen die drei Männer und eine Frau wurden jeweils 23 Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verhängt.

Ursprünglich waren es 47 Jahre Haft, nachdem die Angeklagten jedoch die Vorwürfe weitgehend eingeräumt hatten, wurden die Strafen um die Hälfte reduziert, wie örtliche Medien  am Freitag unter Berufung auf Justizkreise berichteten. Der mutmaßliche Drahtzieher des Mordanschlags erklärte sich hingegen für unschuldig – sein Prozess wird fortgesetzt.

Der paraguayische Mafia-Ermittler Marcelo Pecci war im Mai während seiner Flitterwochen auf der Halbinsel Barú nahe der Hafenstadt Cartagena in Kolumbien erschossen worden. Die Angreifer näherten sich Pecci und seiner Frau während eines Strandspaziergangs auf Jetskis und feuerten mindestens drei Schüsse auf den Staatsanwalt ab. Peccis Ehefrau hatte kurz zuvor in sozialen Netzwerken bekanntgegeben, dass sie ein Kind erwartet.

Pecci war einer der leitenden Staatsanwälte in einem Großverfahren wegen Drogenhandels und Geldwäsche gegen Verbrechersyndikate in dem südamerikanischen Land. In Paraguay sind eine Reihe von kriminellen Organisationen aktiv. Auch bei einem Rekord-Drogenfund im Februar vergangenen Jahres im Hamburger Hafen gab es eine Verbindung nach Paraguay: Die rund 16 Tonnen Kokain waren in Containern aus Paraguay nach Deutschland verschifft worden.

bbr/dpa
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