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Konstanz Streit war Grund für tödliche Schüsse in Disco

Der Auslöser für die Schüsse in Konstanz war ein Streit: Der mutmaßliche Täter feuerte mit einem Sturmgewehr in der Diskothek - der Türsteher kam dabei ums Leben.

Der mutmaßliche Täter, der in Konstanz die tödlichen Schüsse in einer Diskothek abgab, hat sich zuvor mit Mitarbeitern gestritten. Bei dem Betreiber der Diskothek handelt es sich nach Darstellung der Ermittlungsbehörden um den Schwager des Schützen. Zuvor hatte es geheißen, der Angreifer sei der Schwiegersohn des Betreibers. Worum es in der Auseinandersetzung ging, konnten die Ermittler noch nicht sagen.

Der Mann sei nach dem Streit aus der Disco gestürmt, mit dem Auto nach Hause gefahren und habe sich von dort ein Sturmgewehr besorgt. Damit sei er zurück zur Diskothek gefahren und habe das Feuer eröffnet. Ein Türsteher starb, weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter angeschossen, der Mann starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Ermittler gehen von einer persönlichen Auseinandersetzung aus, die auf "unsagbare Weise eskaliert" sei. Der Mann habe als Einzeltäter gehandelt.

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Schießerei in Konstanz: Tragisches Ende einer Partynacht

Foto: Felix Kästle/ dpa

Der 34-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung. Es handelt sich demnach um einen Kurden aus dem Irak, der seit 1991 in Deutschland lebt. Es gebe keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, so der Oberstaatsanwalt.

Bei der Tatwaffe handelt es sich um das Standardgewehr der amerikanischen Armee, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte. Es sei eine "absolute Kriegswaffe". Ein Polizist habe eine Kugel gegen den Helm bekommen und nur aufgrund seiner Schutzausrüstung überlebt. Woher der Mann die Waffe hatte, war zunächst unklar.

Gegen 4.30 Uhr waren am Sonntagmorgen mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen, wie ein Sprecher sagte. Daraufhin sei der Einsatz angelaufen. Da zunächst unklar war, wie viele Täter in der Diskothek waren, seien unter anderem Spezialkräfte an den Tatort geschickt worden, hieß es in der Polizeimitteilung. Ein Hubschrauber kreiste über der Diskothek.

Viele Gäste hatten laut Polizei nach den Schüssen das Gebäude panikartig verlassen oder Deckung gesucht. "Besucher konnten sich retten, indem sie ins Freie flüchteten oder sich versteckten", sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Stadt werden mehrere Gäste psychologisch betreut.

Zwei Gäste und ein Polizist seien durch Schüsse verletzt worden, berichtete der Sprecher der Polizei am Abend. Sieben Menschen wurden leichtverletzt, es handele sich um Gäste der Diskothek, die Sturzverletzungen erlitten oder unter Schock gestanden hätten. Es sei nicht auszuschließen, dass sich weitere Betroffene meldeten, sagte der Polizist.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es, der mutmaßliche Täter habe sich mit seinem Schwiegervater gestritten. Die Auseinandersetzung fand jedoch zwischen Mitarbeitern und dem 34-Jährigen statt. Auch hieß es zunächst, der Angreifer sei der Schwiegersohn des Betreibers. Nach Darstellung der Ermittlungsbehörden handelte es sich beim Betreiber der Diskothek aber um den Schwager des Schützen. Wir haben die Stellen korrigiert.

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