Nach Tod von zwei Casino-Mitarbeitern Kosovo verbietet Glücksspiel für ein Jahrzehnt

Im Kosovo wurden binnen wenigen Tagen zwei Casino-Angestellte getötet. Nun hat die Regierung das Glücksspiel für die kommenden zehn Jahre untersagt.

Roulette-Spiel in einem Casino (Symbolbild)
picture alliance / dpa

Roulette-Spiel in einem Casino (Symbolbild)


Nach dem gewaltsamen Tod von zwei Casino-Mitarbeitern ist im Kosovo Glücksspiel für ein Jahrzehnt verboten worden. Das Verbot solle "die öffentliche Sicherheit stärken", sagte der kosovarische Regierungschef Ramush Haradinaj.

Das Gesetz wurde vom Parlament verabschiedet. Seine Regierung werde es nicht zulassen, dass Spielcasinos und Wettbüros "Schauplätze des Verbrechens werden, die Menschen das Leben kosten".

In diesem Monat waren binnen wenigen Tagen zwei Mitarbeiter in zwei verschiedenen Casinos getötet worden. Ein Polizist wurde im Zusammenhang mit einer der Taten festgenommen.

Das Kosovo ist eines der ärmsten Länder Europas, rund ein Drittel der Bürger sind arbeitslos. In den vergangenen Jahren sind im Kosovo Glücksspiele, insbesondere Sportwetten, enorm beliebt geworden.

Bereits vor dem gesetzlichen Verbot schlossen die Behörden die meisten der rund 470 Glücksspiellokale im Land. Das Nachbarland Albanien hatte Glücksspiel bereits im Januar verboten, um das organisierte Verbrechen und Probleme wie Spielsucht zu bekämpfen.

bam/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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MyMoon 29.03.2019
1. Albanien vs. Deutschland
Da ist endlich Albanien Vorreiter im Vergleich zu dezz wo das Glücksspiel und damit die Kriminalität wie Geldwäsche und Beschaffungskriminalität anwächst. Die Casinos und Wettbüros sprießen wie Unkraut an allen Ecken, besonders an sozialen Brennpunkten. Deutschland bzw. Die EU sollten sich das kleine Albanien als Vorbild nehmen, bevor es zu spät ist.
herrschläfer 29.03.2019
2. Wie geil ist das denn
Geht doch.
gagi001 29.03.2019
3. Kosovo* (Offtopic)
@MyMoon: Um dem Völkerrecht gerecht zu werden, komme ich nicht umhin darauf hinzuweisen, dass es sich beim Kosovo* nicht um Albanien handelt, sondern (lediglich) um eine süd-serbische Provinz. Siehe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kosovo Dennoch ist die Entscheidung der zeitweisen, verfassungswidrigen Regierung durchaus zu begrüßen. Daher bin ich mir sicher, dass eine zukünftige nach serbischer Verfassung legitime Regierung, dieses Gesetz ebenso positiv bewertet.
intercooler61 29.03.2019
4. @3. gagi001: sachte, sachte
Siehe den letzten Absatz des Artikels: Albanien hat Gleiches schon vorher getan (und möglicherweise dadurch das Kosovo als naheliegende Ausweich-Location sogar unter Zugzwang gesetzt). Post #1 könnte sich darauf beziehen, impliziert also nicht zwingend eine Zugehörigkeit zu Albanien. Ansonsten: Um der OK das Handwerk zu legen, ist Ramush Haradinaj natürlich genau der Richtige. Prädestiniert durch intime Sachkenntnis und langjährige Erfahrung in leitender Position, erworben mit freundlicher Unterstützung der westlichen Wertegemeinschaft ;-).
micha36 30.03.2019
5. Völkerrecht und Serbien?
Wie sehr das Völkerrecht den Serben am Herzen liegt, habe ich 1999 im ebendiesen Kosovo gesehen. Ethnische Säuberungen und damit verbundene grauenvolle Kriegsverbrechen. Auch in Srebenica 1995 war Serbien beim Abschlachten von 8000 Menschen massiv um das Völkerrecht bemüht. Verschonen Sie mich mit Ihrer lächerlichen Verbindung von Serbien mit dem Völkerrecht...
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