Prozess in Krefeld Tod von Krebspatienten - drei Jahre Haft für Heilpraktiker gefordert

Klaus R. soll mit einer ungeeigneten Waage Mittel für Krebspatienten präpariert haben - drei Menschen starben. Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe für den Heilpraktiker.

Heilpraktiker Klaus R.: Prozess in Krefeld
SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/ REX

Heilpraktiker Klaus R.: Prozess in Krefeld


Im Prozess gegen einen Heilpraktiker aus Moers am Niederrhein hat die Staatsanwaltschaft auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für den Angeklagten plädiert. Dieses Strafmaß beantragte der Anklagevertreter am Krefelder Landgericht - wegen fahrlässiger Tötung von drei Krebspatienten. Klaus R. habe bei der Behandlung mit einem nicht zugelassenen Medikament, einem hochwirksamen Zellgift, "alle Pflichten missachtet" und grob fahrlässig gehandelt.

So habe die von R. benutzte Waage keine tausendstel Gramm messen können, obwohl es darauf angekommen sei, sagte der Staatsanwalt. Dadurch habe der 61-Jährige seinen Patienten eine bis zu sechsfache tödliche Überdosis verabreicht.

Eine Rechtsanwältin, die Angehörige als Nebenkläger vertritt, zog die Aussage des Heilpraktikers in Zweifel, er habe seinen Beruf ergriffen, um schwerkranken Menschen zu helfen. Der 43-Jährigen, deren Angehörige sie vertrete, sei es nach der Behandlung sehr schlecht gegangen. Dennoch habe R. keinen Notarzt alarmiert und die an Brustkrebs erkrankte Frau einfach nach Hause geschickt. Obwohl es bei der Dosierung auf das Körpergewicht ankomme, habe er die zweifache Mutter nicht gewogen.

Der Heilpraktiker hatte sich darauf spezialisiert, schwer krebskranke Menschen mit alternativen Therapiemethoden zu heilen - viele davon im Endstadium, medizinisch austherapiert und eigentlich ohne Hoffnung. "Es tut mir sehr leid, was passiert ist", sagte R. zum Prozessauftakt Ende März. "Aber ich habe dafür keine Erklärung. Ich habe ein gutes Gefühl, richtig und sauber gearbeitet zu haben."

Dem 61-Jährigen werden in der Anklage fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz in vier Fällen vorgeworfen. Zwei Frauen und ein Mann starben im Juli 2016 innerhalb von zwei Tagen nach der Infusion. Der Prozess soll noch an diesem Montag zu Ende gehen. Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung könnte das Landgericht das Urteil verkünden.

wit/dpa



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