Tödliches Feuer im Krefelder Zoo Drei Frauen sollen Großbrand in Affenhaus verursacht haben

30 Tiere starben im lichterloh brennenden Affenhaus des Krefelder Zoos, nun ist der Fall offenbar aufgeklärt: Die Verantwortlichen wussten laut Polizei nicht, wie gefährlich sogenannte Himmelslaternen sind.
Zerstörtes Affenhaus im Krefelder Zoo: Fünf Laternen, ein Großbrand

Zerstörtes Affenhaus im Krefelder Zoo: Fünf Laternen, ein Großbrand

Foto: Christoph Reichwein/DPA

Einen Tag nach dem verheerenden Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos betrachtet die Polizei den Fall als weitgehend aufgeklärt. Die mutmaßlichen Verursacher hätten sich selbst bei den Ermittlern gemeldet, sagte Gerd Hoppmann von der Krefelder Kriminalpolizei auf einer Pressekonferenz.

Demnach handelt es sich um eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter. Die drei Frauen hätten bei der Polizei angegeben, dass sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen hätten aufsteigen lassen, hieß es.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei ihnen tatsächlich um die Verursacher des Großbrands handelt. Das Affenhaus war den Ermittlern zufolge von einer sogenannten Himmelslaterne in Brand gesetzt worden, die in der Nähe gestartet worden war.

Fotostrecke

Krefelder Zoo: Stille Trauer um geliebte Affen

Foto: SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/ REX

Himmelslaternen, auch Wunschlaternen genannt, bestehen aus dünnem, meist weißem Seidenpapier und einer Kerze oder einem Behälter mit Brennpaste in der Mitte. Werden sie entzündet, können sie weit durch die Luft schweben. In Nordrhein-Westfalen ist es seit 2009 verboten, solche Laternen starten zu lassen.

Die Ermittler hoben hervor, dass die Frauen sich freiwillig gemeldet hätten. Demnach war ihnen offenbar nicht bewusst, welchen Schaden Himmelslaternen anrichten können. Gegen die sie wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf steht ein Haft- oder Geldstrafe.

In den Flammen waren am frühen Neujahrsmorgen mehr als 30 Tiere bei lebendigem Leib verbrannt - darunter fünf Borneo-Orang-Utans, ein westafrikanischer Schimpanse und zwei Flachlandgorillas. Das Affenhaus brannte völlig aus, der finanzielle Schaden geht in die Millionen.

Im Video: So wütete das Feuer im Affenhaus

SPIEGEL ONLINE

Überlebt haben zwei Schimpansen, das 40 Jahre alte Weibchen Bally und das junge Männchen Limbo. Beide erlitten lediglich leichte Brandverletzungen. Das Gehege der Gorillas blieb von dem Brand im angrenzenden Affenhaus verschont.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, man sei überrascht gewesen, wie schnell das Dach des Affenhauses gebrannt habe. Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage habe es nicht gegeben, dies sei zum Zeitpunkt des Baus 1975 aber auch nicht vorgeschrieben gewesen.

Eine Zoosprecherin sagte, die Überreste des Hauses würden nach dem Ende der Ermittlungen abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich am Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde mit Absperrungen versehen, um einen Katastrophentourismus so weit wie möglich zu verhindern.

mxw/bbr/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.