Kriegsverbrechen Münchner soll 1945 zehn Gefangene getötet haben

Ein früherer deutscher Soldat aus der Nähe von München steht im Verdacht, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zehn russische Kriegsgefangene getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und hat jetzt eine Hausdurchsuchung veranlasst.


München/Dortmund - Ein 89-Jähriger aus dem Großraum München soll kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens zehn russische Kriegsgefangene erschossen haben. Der Mann werde verdächtigt, die Leichen anschließend mit Benzin übergossen und verbrannt zu haben, teilte die federführende Staatsanwaltschaft Dortmund am Mittwoch mit. Die Morde sollen sich 1945 in der polnischen Kreisstadt Pabianice ereignet haben, die in der Nähe von Lodz liegt.

Ermittler der Landeskriminalämter Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsuchten am Mittwoch die Wohnung des Mannes. Sie beschlagnahmten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dokumente und Bilder. Zu Kriegszeiten habe der Verdächtige zur Fallschirm-Panzer-Division von Hermann Göring gehört. Göring war von 1935 bis 1945 Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe.

Der Beschuldigte habe die Vorwürfe bestritten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Dortmunder Beamten waren durch Ermittlungen in Italien auf den Fall in Polen aufmerksam geworden und halten das Verfahren momentan noch in der Hand. Sollte sich der Verdacht gegen den 89-Jährigen erhärten, könnte es aber bald an die Münchner Staatsanwaltschaft weitergereicht werden, erklärte ein Sprecher.

kng/dpa



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