Spektakulärer Fund Ermittler präsentieren Kriegswaffensammlung

Panzerfäuste, Handgranaten, Maschinenpistolen und 90 Kilo TNT-Sprengstoff - eher durch Zufall stießen Ermittler auf das Waffenlager eines Sammlers in Nordfriesland. Jetzt wird gegen den 35-Jährigen ermittelt.

DPA

Es war ein Fund spektakulären Ausmaßes, den die Ermittler vergangene Woche in einem Einfamilienhaus in Nordfriesland machten. 40 Langwaffen, darunter ein Maschinengewehr, diverse Kurzwaffen, zwei Panzerfäuste und eine russische Landmine entdeckten die Ermittler bei einem 35-Jährigen im Örtchen Winnert. Außerdem: 90 Kilogramm des Sprengstoffs TNT.

Eine Handgranate musste noch vor Ort kontrolliert gesprengt werden. Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt nun gegen den Mann unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Woher die zum Teil hoch explosiven Exponate stammen, stehe noch nicht fest, sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt bei der Präsentation einer Auswahl der beschlagnahmten Waffen. Sein Motiv sei Sammlerleidenschaft gewesen, so Stahlmann-Liebelt. "Ein bisschen in Richtung Reiz des Verbotenen."

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler eher durch Zufall. Auslöser waren Ermittlungen des Bundeskriminalamts im Zusammenhang mit sogenannten Salutwaffen.

Es soll möglich sein, diese Deko-Waffen mit einfachen Mitteln wieder kriegstauglich zu machen. Daher sind sie in Deutschland verboten. Der 35-Jährige soll fünf dieser nicht schussfähigen Waffen aus der Slowakei eingeführt haben. Nach Informationen des SPIEGEL stammen sie aus derselben Quelle, aus der auch der Pariser Attentäter Amedy Coulibaly eine Waffe bezog.

Der 35-Jährige aus Winnert ist der Staatsanwaltschaft zufolge nicht vorbestraft. Laut einem Bericht des "Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags" arbeitet der Mann als Techniker für Windkraftanlagen. Er soll alleine in dem Einfamilienhaus leben.

gam/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.