Kriminalstatistik Zahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher steigt an

Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung: Laut der polizeilichen Kriminalstatistik für 2022 stehen immer mehr Kinder im Verdacht, Straftaten begangen zu haben. Eine Ministerin warnt vor einem »Nachholeffekt«.
Polizistin steht vor Streifenwagen (Symbolbild)

Polizistin steht vor Streifenwagen (Symbolbild)

Foto: David Inderlied / picture alliance / dpa

Die Zahl tatverdächtiger Kinder ist im Jahr 2022 um mehr als 20.000 im Vergleich zu 2019 gestiegen. Das meldet die »Welt am Sonntag«,  der vorab die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vorliegt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will die PKS erst am Donnerstag in Berlin vorstellen. Führte die Statistik im Jahr 2019 noch 72.890 tatverdächtige Kinder auf, waren es im vergangenen Jahr 93.095 Kinder.

Die häufigsten mutmaßlichen Taten bei Kindern und Jugendlichen waren Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Rauschgiftdelikte. Als neuen »Trend« nenne die PKS, dass Schüler kinderpornografische Video- und Bilddateien in Chatgruppen verbreiten, heißt es bei der »Welt am Sonntag«.

Für die Altersgruppe der Jugendlichen weist die PKS für das Jahr 2022 189.149 Tatverdächtige zwischen 14 und 18 Jahren aus. Im Jahr 2019 waren es 177.082, also rund 12.000 weniger als 2022.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte der »Welt am Sonntag«, sich auszuprobieren gehöre zum Heranwachsen dazu. Doch nach Corona stelle man einen alarmierenden »Nachholeffekt« fest. Sie beklagt vor allem Körperverletzung, Raub und Diebstahl - Delikte, die häufiger von Kindern begangen werden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) forderte den Angaben nach, dass sich die nächste Innenministerkonferenz mit der Kinder- und Jugendgewalt beschäftigt. Mangelnde Sozialkompetenz sei dafür eine Ursache: »Aber auch das Internet mit all seinen zwielichtigen Seiten, teils gewaltverherrlichenden Videos oder Spielen, die da kursieren, wird seinen Anteil daran haben«, sagte Reul.

Zuletzt sorgte der Tod der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg für Entsetzen in Deutschland. Ein 13 und ein 12 Jahre altes Mädchen hatten gestanden, Luise getötet zu haben.

kha/dpa
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