Kriminelle Riten Albino-Mädchen in Tansania ermordet

Die Mordserie an in Afrika lebenden Albinos reißt nicht ab: Ein neunjähriges Mädchen, das an der seltenen Pigmentstörung leidet, ist in Tansania grausam ermordet worden. Dem Kind wurden die Beine abgehackt. Ermittler vermuten erneut kriminelle Medizinmänner dahinter.


Nairobi/Daressalam - Kurz nach dem Mord gab es bereits die ersten Festnahmen: Demnach seien fünf Männer gefasst worden, die verdächtigt werden, das Mädchen erst getötet und dann seine Beine abgehackt zu haben, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Dienstag. Damit wurden in dem ostafrikanischen Land innerhalb eines Jahres etwa 30 an der seltenen Pigmentstörung leidende Menschen getötet. Im benachbarten Burundi kam es zu drei ähnlichen Mordfällen.

Kriminelle Medizinmänner mischen aus Körperteilen oder dem Blut getöteter Albinos "Zaubertränke", die den Käufern zu Reichtum verhelfen sollen. In Afrika leben Albinos und ihre Familien oft am Rand der Gesellschaft, da die Geburt eines an Albinismus leidenden Kindes als "schlechtes Omen" gilt.

Albinos haben keine Pigmente, die die Haut vor Sonneneinstrahlung schützen. Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 20.000 Menschen von Albinismus betroffen, der Albinoverband in Tansania schätzt die Zahl jedoch noch wesentlich höher.

Der tansanische Präsident Jakaya Kikwete hatte bereits mehrfach ein hartes Vorgehen gegen die Banden angedroht, die Albinos töten und eine von Albinismus betroffene Frau ins Parlament berufen.

jjc/dpa



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