Kündigung wegen Tabakqualms Rauchender Mieter geht in Berufung

Der Düsseldorfer Rechtsstreit über die fristlose Kündigung eines rauchenden Mieters geht in die nächste Instanz: Der Anwalt von Friedhelm Adolfs kündigte an, Berufung gegen das Räumungsurteil einzulegen - weil es die Grundrechte seines Mandanten verletze.

Düsseldorf: Raucher Friedhelm Adolfs blickt aus seiner Wohnung
DPA

Düsseldorf: Raucher Friedhelm Adolfs blickt aus seiner Wohnung


Düsseldorf - Friedhelm Adolfs kämpft weiter: Der wegen Zigarettenrauchs gekündigte Düsseldorfer Mieter geht gegen das Urteil des Amtsgerichts vor. Der 75-Jährige werde gegen den Beschluss beim Landgericht in Berufung gehen, teilte der neue Anwalt des Rauchers, Martin Lauppe-Assmann, mit.

Das Amtsgericht hatte in dem Prozess festgestellt, dass einem Mieter die Wohnung gekündigt werden darf, wenn er durch ins Treppenhaus ziehenden Zigarettenrauch seine Nachbarn belästigt (Az.: 24 C 1355/13). Die Vermieterin hatte dem langjährigen Mieter mit der Begründung gekündigt, Adolfs habe zuletzt sein Lüftungsverhalten geändert und seine Holzrollläden nicht mehr geöffnet.

Der Anwalt kritisierte das Räumungsurteil scharf und erklärte, die Berufung werde in den kommenden Tagen beim Landgericht eingehen. In dem Schreiben heißt es, das Urteil sei inhaltlich falsch und verletze den Mieter in seinen Grundrechten. Die Prozessführung habe den Respekt "vor dem existentiellen Bedürfnis eines 75-jährigen Sozialrentners gänzlich vermissen" lassen.

Der Richterspruch des Amtsgerichts "missachtet die Interessen eines alten Witwers an seiner bescheidenen Behausung aus Gründen, die in keinem Verhältnis dazu stehen", teilte der Jurist mit. Es gehe im vorliegenden Fall nicht um die Freiheit eines Rauchers. In dem Verfahren gehe es vielmehr um das Recht eines 75-Jährigen, der pünktlich seine Miete zahle, "seine äußerst bescheidene Wohnung zu behalten". Es werde auch bestritten, dass es eine Gesundheitsgefährdung durch die Geruchsbelästigung gebe und dass der seit 40 Jahren in dem Haus wohnende Mann der einzige Raucher sei.

Der rauchende Mieter kann versuchen, die Zwangsräumung seiner Wohnung zunächst abzuwenden. Dazu müsste der Witwer eine Sicherheitsleistung von 3300 Euro aufbringen. Zunächst muss das Urteil den Parteien noch zugestellt werden. Die Anwältin der Vermieterin sagte, erst dann werde über das weitere Vorgehen entschieden.

wit/dpa/AFP

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