Bäuerin und Ehepaar schließen Vergleich Der Kuhglockenstreit ist beigelegt

Seit Jahren beschäftigen die Kuhglocken im bayerischen Holzkirchen die Gerichte. Nun einigten sich das klagende Ehepaar und die Bäuerin auf einen Vergleich - nachdem die Richter extra zur Hörprobe angereist waren.
Streitobjekt: Die Kühe von Bäuerin Regina Killer

Streitobjekt: Die Kühe von Bäuerin Regina Killer

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Die Kühe dürfen weiter bimmeln, nur nicht alle. Höchstens drei der Tiere dürfen eine Glocke tragen. Der Durchmesser darf maximal zwölf Zentimeter betragen, allerdings gibt es einen Zentimeter Toleranz.

Auf diesen Vergleich haben sich ein Ehepaar und eine Bäuerin nach einem jahrelangen Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht München geeinigt. Zudem dürfen die Kühe mit Glocke nur in einem bestimmten Teil der Weide grasen - das sieht bereits ein Vergleich von 2015 vor.

In dem Streit waren die Richter am Dienstag eigens zu einer Hörprobe angereist. Allerdings zeigten sich die fünf Kühe eher müde - von dem umstrittenen Gebimmel war wenig zu hören, da die Tiere vorwiegend im Gras lagen. Sie waren trächtig.

Richter misst Lärm per Handyapp

Der Augenschein sei deshalb "aus unserer Sicht mehr oder weniger nutzlos verlaufen", stellte der Vorsitzende Richter Nikolaus Stackmann fest. Zu verantworten habe dies die beklagte Bäuerin, die trächtige Mutterkühe anstelle von Jungvieh auf die Weide gestellt habe.

Zugleich stellte der Richter der klagenden Frau wenig Chancen auf Erfolg der Klage in Aussicht. Selbst bei einem Abstand von drei, vier Metern zu einer Kuh habe der Lärmpegel - gemessen mit einer Handyapp eines Richters - "nur ein bisschen über 60 Dezibel" gelegen, und damit knapp unter dem Richtwert von 65 Dezibel. Es müsse beiden Seiten klar sein: "Es gibt Gründe, sich zu vergleichen."

Trotz des früheren Vergleichs von 2015 hatten Ehemann und Ehefrau in getrennten Verfahren geklagt, da der Kompromiss nach Auffassung des Paares kaum Entlastung brachte. Bisher waren beide in der ersten Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert, der Ehemann verlor bereits auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht. Dort wurde nun auch die Klage der Frau in zweiter Instanz verhandelt.

kfr/dpa
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