Kunstfälschungen in Berlin Dutzende mutmaßliche Käufer melden sich bei Polizei

Die Polizei versucht, einen neuen Fall von Kunstfälschungen in Berlin vollständig aufzuklären. Ein pensionierter Lehrer hatte zugegeben, rund hundert Werke der Expressionistin Lou Albert-Lasard kopiert zu haben. Mittlerweile haben sich Dutzende mutmaßlich Geschädigte bei den Ermittlern gemeldet.

Nachlassstempel, den Berliner Kunstfälscher benutzt haben soll: Dutzende mutmaßliche Betroffene
Polizei Berlin

Nachlassstempel, den Berliner Kunstfälscher benutzt haben soll: Dutzende mutmaßliche Betroffene


Berlin - Nach dem Auffliegen von Kunstfälschungen in Berlin haben sich mutmaßliche Käufer der nachgemachten Bilder an die Ermittler gewandt. Mehrere Dutzend Menschen gaben demnach an, vermeintlich echte Werke der französischen Expressionistin Lou Albert-Lasard (1885-1969) gekauft zu haben, teilte die Polizei mit. Die Angaben würden jetzt überprüft, sagte ein Sprecher.

Ein pensionierter Lehrer hatte zugegeben, etwa hundert Bilder Albert-Lasards nachgemalt und damit gehandelt zu haben. Nachdem der 73-Jährige vor gut einer Woche aufgeflogen war, hatte er sich das Leben genommen.

Wie viele Menschen geschädigt wurden, sei noch unklar, sagte der Polizeisprecher. Ermittler des Landeskriminalamtes hatten nach eigenen Angaben bei einer Durchsuchung zahlreiche Beweise sichergestellt - darunter einen sogenannten Nachlassstempel, mit dem der Mann die gefälschten Bilder gekennzeichnet hatte.

Der frühere Kunstlehrer soll die Fälschungen seit 2003 angefertigt haben. Albert-Lasard ist bekannt für ihre Darstellungen aus dem Stadtleben. Solche Motive hatte auch der mutmaßliche Fälscher gewählt: Berlin in den zwanziger Jahren. Hinweise aus dem Kunsthandel hatten die Fahnder schließlich auf die Spur des Mannes geführt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Schadenssumme von rund 100.000 Euro aus.

wit/dpa

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