Beiträge bei Facebook 37-Jähriger wegen Hasskommentaren nach Polizistenmorden verhaftet

Er bot den mutmaßlichen Polizistenmördern offenbar Hilfe an: Ein Gericht erließ Haftbefehl gegen einen 37-Jährigen, der den Fall Kusel genutzt haben soll, um Hass zu verbreiten.
Tatort in Kusel: Hassnachrichten bei Facebook

Tatort in Kusel: Hassnachrichten bei Facebook

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Ermittlungsbehörden gehen erneut gegen einen mutmaßlichen Verfasser von Hasspostings vor, die im Zuge der Polizistenmorde in Kusel erschienen sind. Das Amtsgericht in Saarbrücken hat Haftbefehl gegen einen 37-jährigen Saarländer erlassen. Ihm wird unter anderem Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen.

Eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizeioberkommissar waren am Montag vergangener Woche während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel in der Pfalz erschossen worden. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige im benachbarten Saarland festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 38 und 32 Jahre alten Männer die Tat gemeinschaftlich begingen, um Jagdwilderei zu verdecken.

Am Tattag soll der Verdächtige bei Facebook unter anderem »Das waren zwei von vielen. Jeder kommt dran« geschrieben haben. Diesen Post habe er mit einem polizeifeindlichen Video verlinkt. Weitere ähnliche Beiträge habe er mit Party-Emojis versehen. Außerdem soll er den mutmaßlichen Mördern Geld und Unterschlupf angeboten haben.

Das Amtsgericht erließ Haftbefehl, da Fluchtgefahr bestehe. Bereits am Mittwoch war ein 55-Jähriger aus Rheinland-Pfalz wegen eines Aufrufs zum Mord an Polizisten in Untersuchungshaft gekommen.

In der Woche nach den Morden hatte die Ermittlungsgruppe »Hate Speech« 399 Fälle von Internethetze im Kontext der Tat festgestellt. 102 Beiträge davon seien strafrechtlich relevant, so das Landesinnenministerium Rheinland-Pfalz.

jpz/dpa/AFP

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