Wegen mutmaßlicher Wilderei und einer möglichen Autoattacke Ermittler hatten Andreas S. schon länger im Visier

Es geht um einen Vorfall im Jahr 2017: Nach SPIEGEL-Informationen ermittelte die saarländische Polizei gegen Andreas S. wegen Wilderei und versuchter Körperverletzung. Jagdfreunde verschafften ihm aber wohl ein Alibi.
Andreas S. soll zwei Polizisten getötet haben

Andreas S. soll zwei Polizisten getötet haben

Foto: Polizeipräsidium Westpfalz

Andreas S., der in Rheinland-Pfalz zwei Polizisten getötet haben soll, war bereits früher wegen mutmaßlicher Wilderei und eines versuchten Gewaltdelikts im Visier der Behörden. Nach SPIEGEL-Informationen kam es im September 2017 zu einem Vorfall in einem Waldstück nahe Spiesen-Elversberg im Saarland. Demnach will ein Zeuge Andreas S. dabei beobachtet haben, wie dieser sich in einem fremden Jagdrevier herumtrieb und offenbar ein Reh schoss.

Laut Polizeikreisen kam es bei einem Aufeinandertreffen zwischen S. und dem Zeugen dann offenbar zu einer Attacke: Wie der Zeuge den Ermittlern damals schilderte, habe er sich mit einem Sprung zur Seite von dem davon brausenden Auto des mutmaßlichen Wilderers retten müssen.

Umfangreiche Ermittlungen der saarländischen Polizei führten allerdings nicht zur Überführung des Tatverdächtigen. Nach SPIEGEL-Informationen präsentierte Andreas S. gleich mehrere Freunde aus der Jagdszene, die ihm für den betreffenden Tatzeitraum ein nicht widerlegbares Alibi verschafften. Das Verfahren wurde im Jahr 2019 eingestellt.

Der Vorfall war nicht das einzige Mal, dass Andreas S. ins Visier von Ermittlern geriet. Nach SPIEGEL-Informationen wurde gegen S. vor einiger Zeit Anklage vor dem Schöffengericht Saarbrücken wegen Insolvenzverschleppung und nicht abgeführter Sozialversicherungsbeiträge in Dutzenden Fällen erhoben. In dem Verfahren geht es um unlautere Geschäftspraktiken einer Bäckerei, die Andreas S. im Saarland betrieb.

Am frühen Montagmorgen waren eine 24 Jahre alte Polizistin und ihr 29 Jahre alter Kollege bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden. Die Polizei hatte am Montagnachmittag öffentlich nach S. gefahndet, seinen Namen und ein Foto von ihm veröffentlicht. Wenige Stunden später nahmen die Beamten S. und einen zweiten Tatverdächtigen fest.

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