Rheinland-Pfalz Trauerfeier in Kusel – Dreyer verurteilt hämische Kommentare

In Kusel wird der erschossenen Polizisten gedacht. Bei einer Trauerfeier spricht sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer gegen Hasskommentare im Internet aus. In einem Fall soll ein Verdächtiger ermittelt worden sein.
Malu Dreyer in Kusel: Beleidigungen nicht dulden

Malu Dreyer in Kusel: Beleidigungen nicht dulden

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nach den Polizistenmorden von Kusel hämische Kommentare im Internet scharf verurteilt. »Wir erleben im Netz gerade widerwärtige Dinge, dass diese Tat von manchen bejubelt wird«, sagte die SPD-Politikerin. Am Freitag nahm sie gemeinsam mit Innenminister Roger Lewentz (SPD) an einer nicht-öffentlichen Trauerfeier in Kusel teil.

Die zwei Polizisten – ein 29 Jahre alter Oberkommissar und seine 24 Jahre alte Kollegin, eine Polizeianwärterin – waren am frühen Montagmorgen nur wenige Kilometer von Kusel entfernt bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht stehen der 32-jährige Florian V. und der 38-jährige Andreas S., die noch am selben Tag festgenommen wurden und nun in Untersuchungshaft sitzen.

Dreyer sagte mit Blick auf Kommentare im Netz: »Das ist einfach nur menschenverachtend und schlimm.« Die Behörden würden weder Beleidigungen noch Drohungen dulden – und nicht nur löschen, sondern verfolgen und bestrafen.

Zugriff in Idar-Oberstein

Innenminister Lewentz sagte, in der Nacht auf Freitag habe es im Raum Idar-Oberstein bereits einen Zugriff gegeben. »Dort hatte eine Person im Netz aufgerufen, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte auf Feldwege zu locken und dort zu beschießen«, sagte er. Man habe die Wohnung geöffnet und die Person überwältigt. Der Staat akzeptiere solche Aufrufe nicht. »Das Verfahren läuft«, so Lewentz.

Die nicht-öffentliche Trauerfeier begann am Freitag um 10 Uhr in der Fritz-Wunderlich-Halle in Kusel. Erwartet wurden etwa 200 Gäste, darunter Angehörige und Kolleginnen und Kollegen der Opfer. Geplant waren eine Begrüßung durch den Kaiserslauterer Polizeipräsidenten Michael Denne sowie Ansprachen von Dreyer und Lewentz. Zwei Seelsorger sollten einige Worte sprechen und das Blechbläserquintett des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz sollte spielen. Am Ende sollten die Trauergäste Gelegenheit haben, Blumen abzulegen.

Polizisten im niedersächsischen Lüneburg gedenken der Toten bei einer Schweigeminute

Polizisten im niedersächsischen Lüneburg gedenken der Toten bei einer Schweigeminute

Foto: Philipp Schulze / dpa

Faeser gedenkt der Toten

In absehbarer Zeit sei eine öffentliche Trauerfeier geplant, hieß es am Rande des Gedenkens in Kusel. Ob dies in Form eines Staatsakts sein könnte, werde noch geklärt.

Bundesweit wurde am Freitag um 10 Uhr auch mit einer Schweigeminute der beiden jungen Polizisten gedacht. In zahlreichen Kirchengemeinden läuteten die Glocken. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nahm in Frankfurt am Main an der Gedenkminute der Bundespolizei am Hauptbahnhof teil. Faeser dankte den Polizistinnen und Polizisten, die »Tag für Tag unter Einsatz ihres Lebens« für die Sicherheit der Gesellschaft einstünden.

ptz/dpa
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