Tödlicher Angriff in Rheinland-Pfalz Polizisten erschossen – Ermittler gehen von nur noch einem Täter aus

Weil sie zwei Polizisten in der Pfalz gemeinschaftlich ermordet haben sollen, mussten die beiden Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Nun stellt sich heraus, dass wohl nur einer der Männer gefeuert hat.
Markierungen auf der Straße in Kusel

Markierungen auf der Straße in Kusel

Foto: Harald Tittel / dpa

Im Fall der nahe Kusel in der Pfalz erschossenen Polizisten besteht gegen einen der beiden Verdächtigen kein Mordverdacht mehr. Das teilt die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mit .

Demnach gehen die Ermittler nun davon aus, dass der 38 Jahre alte Tatverdächtige Andreas S. allein fünf Schüsse auf die beiden Polizeibeamten abgefeuert hat.

Der Tatverdacht der gewerbsmäßigen Wilderei zur Nachtzeit bestehe jedoch nach wie vor gegen beide Verdächtige – den 38 Jahre alten S. und den 32 Jahre alten Florian V. Diesem wird nun außerdem Strafvereitelung vorgeworfen. Die Haftbefehle gegen die beiden Männer seien entsprechend geändert worden, beide bleiben in Untersuchungshaft.

Ein 29 Jahre alter Polizeikommissar und eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin waren am 31. Januar bei Kusel erschossen worden, als sie ein Fahrzeug kontrollieren wollten. Noch am selben Tag hatte die Polizei im Saarland die beiden Verdächtigen festgenommen, die anschließend wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes in Untersuchungshaft saßen.

Die Ermittler waren bislang davon ausgegangen, dass beide Männer die Tat begangen und auch beide geschossen haben, um eine vorherige Jagdwilderei zu verdecken . Im Wagen, mit dem die beiden Männer wohl unterwegs gewesen waren, wurden zahlreiche erlegte Wildtiere entdeckt.

Keine DNA-Spuren von V. an den Waffen

Kriminaltechnische Untersuchungen sowie Vernehmungen hätten aber dazu geführt, dass sich der Verdacht änderte. V. sei am Tatort vernommen worden und habe das Geschehen aus seiner Sicht geschildert, hieß es nun. V. räume ein, mit S. in der Tatnacht gewildert zu haben. Er bestreite aber, die tödlichen Schüsse abgefeuert zu haben. Er wollte gerade ein Stück Wild ins Auto schleppen, als S. begann, auf die Polizisten zu schießen. V. sagte, er habe dann Deckung im Straßengraben gesucht. S. schweigt laut Staatsanwaltschaft weiterhin zu den Vorwürfen.

An den beiden Tatwaffen seien bei den Ermittlungen Finger- und DNA-Spuren von S. festgestellt worden, heißt es. Spuren von V. seien nicht gefunden worden. Die Untersuchungen auf Schmauchspuren seien technisch langwierig und bislang nicht abgeschlossen.

Zudem sei S. ein erfahrener Schütze gewesen, bei V. seien »keine Anhaltspunkte für eine Schießpraxis« festgestellt worden.

Tatwaffen waren auf eine dritte, berechtigte Person registriert

Auch zu den Tatwaffen gibt es laut Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse: Bei der Schrotflinte und dem Jagdgewehr, die bei den beiden Tatverdächtigen bei ihrer Festnahme sichergestellt wurden, handele es sich um die Tatwaffen. Die beiden Waffen seien auf der Waffenbesitzkarte einer anderen, berechtigten Person eingetragen. Die Ermittler prüften nun ein eventuell strafbares Verhalten dieser Person. Weder Andreas S. noch Florian V. besaßen zum Tatzeitpunkt die Erlaubnis, Waffen zu besitzen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es in einer Zwischenüberschrift fälschlicherweise, es hätten sich keine DNA-Spuren von S. an den Waffen befunden. Korrekt ist, dass sich keine DNA-Spuren von V. an den Waffen fanden. Wir haben den Fehler korrigiert.

ptz/dpa
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