Polizistenmord von Kusel »Wir haben ihm abgenommen, dass er Angst vor ihm hat«

Florian V. wird vorgeworfen, bei den Polizistenmorden von Kusel beim Verwischen der Spuren geholfen zu haben. Er schweigt vor Gericht – aber zwei Beamte geben Einblick in seine Aussagen nach der Tat.
Angeklagter Andreas S. (r.) mit seinem Verteidiger Leonard Kaiser (21. Juni 2022): Soll auch seinem mutmaßlichen Komplizen Angst gemacht haben

Angeklagter Andreas S. (r.) mit seinem Verteidiger Leonard Kaiser (21. Juni 2022): Soll auch seinem mutmaßlichen Komplizen Angst gemacht haben

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der Mordprozess im Fall zweier getöteter Polizisten nahe Kusel in Rheinland-Pfalz ist mit der Aussage zweier Vernehmungsbeamter weitergegangen. Im Mittelpunkt stand die Tatversion von Florian V. – dem mutmaßlichen Komplizen des Hauptangeklagten. Andreas S. soll laut Anklage Ende Januar bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und einen 29 Jahre alten Polizeikommissar mit Schüssen in den Kopf getötet haben, um Jagdwilderei zu verdecken.

V. soll ihm beim Verwischen der Spuren geholfen haben. Er schweigt im Prozess vor dem Landgericht Kaiserslautern. Allerdings habe der 33-Jährige nach der Festnahme zur Tat ausgesagt, sagte ein Polizeioberkommissar am elften Verhandlungstag. Der Mann habe zunächst alles abgestritten und nur gesagt, er »habe niemandem etwas getan«, schilderte er die Vernehmung. Nach einigen Vorhaltungen sei aber »das Eis gebrochen«.

Der Mann habe sich zunächst geweigert, den Namen des Hauptangeklagten zu nennen. »Wir haben ihm abgenommen, dass er Angst vor ihm hat.« Schließlich habe der 33-Jährige den Namen genannt und gesagt, dieser habe die beiden Polizisten erschossen. S. selbst behauptete in dem Prozess, aus Notwehr geschossen zu haben.

Ein weiterer Polizist, der bei der damaligen Vernehmung dabei war, sagte ebenfalls, V. habe zunächst alles abgestritten. »Erst als wir ihn mit Erkenntnissen konfrontierten, ist er eingeschwenkt.« V. habe spürbar Angst vor seinem damaligen Komplizen gehabt. »Er wählte das Wort ›eiskalt‹.«

Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. Bisher sind Termine bis Ende November angesetzt.

bbr/dpa
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