Massenmord im KZ Stutthof Verfahren gegen früheren SS-Wachmann eingestellt

Wegen seiner Beteiligung am Holocaust stand der ehemalige SS-Wachmann Johann R. vor Gericht. Aufgrund seines Gesundheitszustandes wird in dem Prozess aber nun kein Urteil mehr fallen.

Johann R. im Landgericht in Münster (Archiv)
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Johann R. im Landgericht in Münster (Archiv)


Das Landgericht Münster hat den Prozess gegen einen ehemaligen SS-Wachmann des Konzentrationslagers Stutthof eingestellt. Das Verfahren war bereits seit Dezember ausgesetzt, weil der 95-jährige Johann R. verhandlungsunfähig war.

Das Gericht habe sich nun der Auffassung eines medizinischen Gutachters angeschlossen, hieß es. Danach sei der Angeklagte besonders wegen einer schweren Herzerkrankung und sichtlich fortschreitender Einschränkungen nicht mehr in der Lage, einem Strafprozess angemessen zu folgen.

Weil die Krankheit nicht therapierbar sei, bestehe die Verhandlungsunfähigkeit dauerhaft. Die Prozessbeteiligten können noch Beschwerde gegen die Einstellung einlegen.

Dem Mann aus dem Kreis Borken war von der Anklage hundertfache Beihilfe zum Mord in dem deutschen KZ Stutthof bei Danzig für die Jahre zwischen 1942 bis 1944 vorgeworfen worden. Er soll demnach von Verbrechen an den Insassen gewusst und deren Ermordung durch seine Wachtätigkeit gefördert haben. Er bestritt, von systematischen Tötungen in dem Lager gewusst zu haben.

Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralstelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende 65.000 Menschen in Stutthof und seinen Nebenlagern sowie bei den sogenannten Todesmärschen.

cop/dpa/AFP



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