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KZ-Prozess: John Demjanjuk vor Gericht

Foto: Andreas Gebert / dpa

KZ-Wächter Neues Verfahren gegen Demjanjuk

Wegen seiner Taten im Vernichtungslager Sobibór ist er bereits verurteilt worden, jetzt untersuchen Staatsanwälte, was er noch verbrochen hat: Dem ehemaligen KZ-Wachmann John Demjanjuk droht ein neues Verfahren wegen Beteiligung an der Ermordung von 4974 Menschen im KZ Flossenbürg.

Berlin - Gegen den früheren KZ-Wachmann John Demjanjuk läuft ein neues Verfahren. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, prüft die Staatsanwaltschaft Weiden in der Oberpfalz Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Wachmann in dem nationalsozialistischen Konzentrationslager Flossenbürg. Hier soll er von Oktober 1943 bis Dezember 1944 an der Ermordung von 4974 Menschen beteiligt gewesen sein.

"Es gibt einen Anfangsverdacht aufgrund einer Anzeige", sagte Oberstaatsanwalt Gerhard Heindl der Zeitung. Die neue Strafanzeige stellten zwei Schlüsselfiguren des vorherigen Demjanjuk-Prozesses, der frühere Ermittlungsrichter Thomas Walther und der Nebenklagevertreter Cornelius Nestler.

Im Mai war Demjanjuk in München wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden im Vernichtungslager Sobibór schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der gebürtige Ukrainer, der nach langem Rechtsstreit aus seinem langjährigen Aufenthaltsland USA nach Deutschland abgeschoben worden war, befindet sich auf freiem Fuß, weil das Gericht den Haftbefehl unter anderem wegen seines hohen Alters außer Vollzug gesetzt hat.

kuz/dpa