Notizzettel des Las-Vegas-Attentäters Stephen Paddock notierte Berechnung der Geschossbahn

Der Attentäter von Las Vegas hatte sein Dauerfeuer genau geplant: Auf einem im Hotelzimmer beschlagnahmten Notizzettel hat er Entfernung zum Ziel und Geschossfall der Kugeln berechnet.
Tatort Hotelsuite

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Der nach dem Massenmord in Las Vegas in Stephen C. Paddocks Hotelzimmer gefundene Notizzettel enthält offenbar Berechnungen zur Zielgenauigkeit. Handschriftlich sei etwa die Entfernung zwischen dem Konzert und dem Zimmer im 32. Stock angegeben gewesen, sagte ein Strafverfolger der Nachrichtenagentur AP.

Von dort aus hatte Paddock auf die Besucher eines Konzerts gefeuert - und mindestens 58 Menschen erschossen. Er wollte offenbar noch fliehen, im Parkhaus des Hotels hatten Ermittler in seinem Auto knapp 23 Kilo Sprengstoff und weitere 1600 Schuss Munition gefunden. Als die Polizei vor dem Hotelzimmer stand, tötete sich der Schütze.

Er habe die Notiz auf dem Nachttisch in der Nähe der Abschussvorrichtung entdeckt, sagte David Newton von der Polizei Las Vegas in der Sendung "60 Minutes" dem Sender CBS. Außer Distanz habe Paddock auch die Höhe, von der aus er seine Schüsse abgab, sowie den zu erwartenden Geschossfall der Kugeln in der Menschenmenge notiert. "Er hatte das niedergeschrieben und berechnet, sodass er wissen würde, wohin er schießen soll, um seine Ziele zu treffen."

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Las Vegas nach dem Massenmord: Die Tragweite der Tragödie

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Die Notiz liefert allerdings keine Erkenntnisse über das Motiv des Attentäters. Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass der 64-Jährige auch auf die Treibstofftanks am nahegelegenen McCarran-Flughafen geschossen hatte - allerdings ohne Erfolg. Die Polizei rätselt auch Tage nach der Tat noch immer über die Hintergründe dieses Angriffs.

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Auf Schautafeln an der Autobahn bitten die Ermittler die Bevölkerung um Hilfe. "Wenn Sie etwas wissen, sagen Sie es", heißt es auf den Schildern, auf denen eine Telefonnummer der US-Bundespolizei FBI angegeben ist. Hinweise auf eine politisch oder islamistisch motivierte Tat gibt es bislang nicht.

apr/AFP/AP
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