Lebensmittel-Skandal Bis zu 180 Tonnen Ekelfleisch ausgeliefert

Ein Betrieb aus Bayern hat weitaus mehr Fleischabfälle quer durch Deutschland geliefert als bisher bekannt. Laut Staatsanwaltschaft sind bis zu 180 Tonnen Gammelfleisch in Umlauf gebracht und vermutlich schon verzehrt worden.


Memmingen/Wertingen - Die Ermittler waren zunächst von nur 20 Tonnen ausgegangen - und lagen damit offenbar viel zu niedrig. Die Sprecherin der Memminger Staatsanwaltschaft, Renate Thanner, sagte heute, der Betriebsleiter der Wertinger Fleischfirma habe in einer Vernehmung acht bis neun Lieferungen zu je 20 Tonnen von umetikettiertem so genanntem K3-Material nach Berlin zugegeben. Die Lieferungen seien zwischen Juni 2006 und August 2007 erfolgt, hauptsächlich an Firmen in Berlin gegangen. Derzeit wüssten die Ermittler von vier Berliner Betrieben. Die Behörden in der Hauptstadt seien informiert.

Nach jetzigen Erkenntnissen ist das gesamte sogenannte K3-Material von einem Händler in Schleswig-Holstein nach Wertingen geliefert und dort umetikettiert worden. Die Wertinger Firma habe eigentlich keine Genehmigung zum Umgang mit dieser Art Fleisch gehabt, die für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet ist und nur von bestimmten Betrieben zu Tierfutter verarbeitet werden darf.

Thanner sagte, derzeit gebe es keine Hinweise, dass schon der norddeutsche Händler das Fleisch falsch etikettiert habe. Es werde aber weiter nach Komplizen des bayerischen Fleischhändlers geforscht. Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) sagte der "Passauer Neuen Presse", nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen sei Wertingen nur ein Puzzlestück. Es gebe möglicherweise einen größeren Zusammenhang. Der Minister ist wegen des neuen Skandals unter Druck geraten.

ffr/ddp/dpa/AP



insgesamt 172 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Arion's Voice, 28.08.2007
1. gefährdung
scheint so. dabei empfinde ich das vergehen als bewusste gefährdung dritter.
Wuz-zy, 28.08.2007
2. Ja!
Zitat von sysopLebensmittelskandale bleiben an der Tagesordnung, die schwarzen Schafe der Branche profitieren von zu seltenen Kontrollen und milden Strafen. Unternimmt die Politik zu wenig gegen die Fleisch-Sünder?
Ansonsten würden z.B. die Namen der Unternehmen und Unternehmer, die diesen Dreck in Umlauf bringen bzw. ihr Personal dazu zwingen, veröffentlicht. Offensichtlich werden lebensmittelproduzierende Unternehmen auch viel zu wenig kontrolliert - aufgrund Personalmangels, aus Kostengründen, aus Bequemlichkeit?
08154711, 28.08.2007
3. Solange Geld damit verdient wird
Zitat von sysopLebensmittelskandale bleiben an der Tagesordnung, die schwarzen Schafe der Branche profitieren von zu seltenen Kontrollen und milden Strafen. Unternimmt die Politik zu wenig gegen die Fleisch-Sünder?
Na klar wird zu wenig unternommen. Solange Mensch damit Geld verdienen kann und keine Kontrollen oder Strafen ihn hindern, wird es weiter Gammelfleisch geben. Uns bleibt da nur noch, Vegetarier zu werden - oder?... Ach nein, da waren doch die Pestizide im Gemüse, oder doch Geflügel?...Ach geht ja auch nicht - Geflügelpest u.s.w. u.s.w.
Midnightman 28.08.2007
4. Gesundheit & Wohlstand??
Seltene Kontrollen? Zu milde Strafen? Hallo? Ich finde es einfach schade, daß man diese Kriminellen nicht so lange mit ihrem Dreck den sie da verkaufen zwangsernähren kann, bis sie sich zu Tode kotzen - wahlweise noch das Ertränken in einer Güllegrube! Sorry, wenn ich mich jetzt so unverblümt ausdrücke, aber wer nach dem Motto handelt "nach mir die Sintflut", & außer ein paar Tausend Euro Strafzahlung (im besten Fall!) & evtl. einer Abmahnung nichts zu befürchten hat, für den ist die Versuchung anscheinend zu groß, danach weiterzumachen wie gehabt. Wie soll aber auch eine effiziente Kontrolle stattfinden, wenn es dem Bund (oder dem Land) einfach nicht nötig erscheint (oder sie es sich nicht leisten wollen), eine entsprechende Anzahl von Kontrolleuren einzusetzen, die diesem verbrecherischen Gehabe Einhalt gebietet. Was muß eigentlich noch passieren, bis hier mal Abhilfe geschafft wird? Ich für meinen Teil verzichte schon seit langem auf den Verzehr von Fleischwaren, deren Herkunft ich nicht zweifelsfrei zurückverfolgen kann. Hat mir bisher nicht geschadet ;-))
Ichbinsleid, 28.08.2007
5.
Es sollte eine Internetseite geben auf der alle Lebensmittelsünder mit Namen und Produkt genannt werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.