Mysteriöse Entführung in Ostfriesland Polizei nimmt drei weitere Verdächtige fest

40 Stunden war ein Firmenchef in der Gewalt seiner Entführer. Die Polizei spricht von einem Martyrium. Ermittler nahmen eine 90-Jährige und deren Sohn fest - und nun drei weitere Personen.

Phantombild
DPA

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Nach der mysteriösen Entführung eines Geschäftsmannes vor rund einem Monat in Ostfriesland haben die Ermittler inzwischen fünf Verdächtige festgenommen. Darunter sind eine 90 Jahre alte Frau - der Haftbefehl gegen sie wurde außer Vollzug gesetzt - und ihr 66-jähriger Sohn.

Nachdem die Ermittler die Festnahme dieser beiden bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben hatten, meldeten sie nun, dass drei weitere Männer in Nordrhein-Westfalen dingfest gemacht worden seien. Gegen alle fünf Verdächtigen wird wegen erpresserischen Menschenraubes ermittelt. Ein weiterer Mann wird mit einem Phantombild gesucht.

"Das Opfer wurde am 19. April entführt und war 40 Stunden in der Gewalt der Täter, es hat ein Martyrium erlitten", sagte der Leiter der Polizeiinspektion Emden/Leer, Johannes Lind. Hintergrund der Entführung sollen Differenzen zwischen dem 68 Jahre alten Opfer und einem Geschäftspartner gewesen sein. Es kam zu einer Lösegeldforderung von einer Million Euro. Die Polizei machte am Freitag wie auch in den vergangenen Wochen keine näheren Angaben, ob die Summe gezahlt wurde und worum es konkret ging.

Eine Streife der Bundespolizei hatte das Entführungsopfer in der Nacht zum 21. April an der Autobahn 31 nahe Leer weitgehend unversehrt entdeckt. Die Entführer sollen den 68-Jährigen zuvor in einer Ferienwohnung in dem kleinen Ort Hatzum im Kreis Leer festgehalten und später freigelassen haben.

gam/dpa



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