Lehrer-Attacke in Ludwigshafen Ehemaliger Schüler wegen Mordes angeklagt

Er hatte im Februar seinen ehemaligen Lehrer mit Messerstichen getötet - weil er sich unfair benotet fühlte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen einen 23-Jährigen erhoben. Der junge Mann sei zum Tatzeitpunkt schuldfähig gewesen und habe aus niederen Motiven gehandelt.

Amoklauf in Ludwigshafen (Archivbild): Bluttat wegen schlechter Noten
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Amoklauf in Ludwigshafen (Archivbild): Bluttat wegen schlechter Noten


Frankenthal - Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes gegen einen 23-Jährigen erhoben, der Mitte Februar einen Lehrer in einer Ludwigshafener Berufsbildenden Schule erstochen hatte. Der ehemalige Schüler soll im Treppenhaus der Schule seinen ehemaligen Lehrer aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch getötet haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Frankenthal mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft sei der Auffassung, dass der 23-Jährige zur Tatzeit "weder in seiner Einsichtsfähigkeit noch in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt war" und deshalb uneingeschränkt schuldfähig handelte, hieß es weiter. Der Mann, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, habe eingeräumt, am 18. Februar auf den 58-jährigen Lehrer mehrfach mit einem Kampfmesser eingestochen zu haben. Dieser habe sich nicht wehren können, weil der Angriff völlig überraschend kam.

Er habe seinen ehemaligen Mathelehrer nach dem Unterricht vor einer Klasse in ein oberflächliches Gespräch verwickelt und ihn dazu gebracht, mit ihm durch ein menschenleeres Treppenhaus zu gehen. Dort erstach er den Familienvater aus Hessen, weil dieser ihn angeblich zu schlecht benotet hatte.

Anschließend stürmte der Mann in das Hauptgebäude, wo er eine Brandfackel anzündete, eine Schreckschusspistole einsetzte und einen weiteren Lehrer angriff, der jedoch fliehen konnte. Widerstandslos ließ sich Angeklagte, der die Schule ab 2004 für ein Jahr besucht hatte, kurze Zeit später von Streifenpolizisten festnehmen.

jok/AP/ddp



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Stefan Albrecht, 25.06.2010
1. Unvermeidliches Restrisiko
Zitat von sysopEr hatte im Februar seinen ehemaligen Lehrer mit Messerstichen getötet - weil er sich unfair benotet fühlte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen einen 23-Jährigen erhoben. Der junge Mann sei zum Tatzeitpunkt schuldfähig gewesen und habe aus niederen Motiven gehandelt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,702747,00.html
Man sieht an solchen Ereignissen eindrucksvoll, dass, trotz aller Vorsorgemassnahmen und Polizeiarbeit sowie Aufmerksamkeit immer ein gewisses Restrisiko für das Leben bleibt. Denn es kann immer irgendwo ein Idiot unterwegs sein, der Hirngespinste hat und die Schuld für sein eigenes Versagen bei einem anderen sucht. Und diese Idioten haben leider immer viele Einfälle und Ideen, wenn es um die Umsetzung ihrer dummen Aktionen geht.
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