Missbrauchsprozess Lehrer gesteht Sex mit 14-jähriger Schülerin

Erst waren es Nachrichten auf Facebook, dann Spaziergänge - und schließlich eine sexuelle Beziehung: Ein Lehrer hat vor dem Hamburger Landgericht zugegeben, über Monate mit einer Schülerin eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben. Das Mädchen war zu der Zeit 14 Jahre alt.


Hamburg - Mit ein paar Kritzeleien auf dem Gehweg vor der Schule soll alles angefangen haben: "Ich liebe Sie", soll ein Mädchen dort an ihren Lehrer geschrieben haben. Es entwickelte sich eine Beziehung, deretwegen sich der Pädagogen nun vor Gericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in neun Fällen und sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in drei Fällen vor. Am Donnerstag gestand der Lehrer vor dem Hamburger Landgericht, über Monate eine sexuelle Beziehung zu der 14-Jährigen unterhalten zu haben.

Es war nicht das erste Mal, dass sich eine Schülerin in ihn verliebt habe, sagte der 46 Jahre alte Familienvater. Normalerweise ignoriere er die Schwärmereien. Fast in jeder Pause habe seine Schülerin vor dem Lehrerzimmer auf ihn gewartet oder ihn in der Pausenhalle abgepasst.

Als sie ihm im Herbst 2010 eine Facebook-Einladung schickte, kamen sie sich auch außerhalb der Schule näher. Bis zu drei Stunden am Tag hätten sie miteinander gechattet, schilderte der Angeklagte. Im Dezember 2010 habe er eine Kino-Einladung der Schülerin noch ausgeschlagen. Nach einigen Wochen ließ er sich doch auf ein Treffen ein. Bei einem Spaziergang hätten sie sich dann zum ersten Mal geküsst. Ab Februar 2011 soll der Mathe- und Biologielehrer dann ein Verhältnis mit der Jugendlichen unterhalten und mehrfach Sex mit ihr gehabt haben.

Aufgeflogen war die Affäre, weil sich die Schwester des Opfers zufällig in deren Facebook-Account einloggte und die Nachrichten las. Gemeinsam mit der Mutter wandte sie sich an die Schule und schaltete die Polizei ein. Der 46-Jährige wurde suspendiert - das zu dem Zeitpunkt 15-jährige Mädchen traf er laut Anklage aber trotzdem weiter. Vor Gericht zeigte sich der Lehrer reumütig: Er hätte sich Hilfe holen müssen, sagte er.

Die Plädoyers werden für den kommenden Mittwoch erwartet. Das Urteil soll am 13. April fallen.

ulz/dpa/AFP



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