Leipzig-Connewitz 29-Jähriger wegen Silvesterrandale zu Freiheitsstrafe verurteilt

Er soll versucht haben, einen Polizisten zu treten, im späteren Polizeigewahrsam stieß er einen Beamten zur Seite: In Leipzig soll ein Mann deshalb ein Jahr und zwei Monate in Haft.
Menschen an Silvester auf einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz

Menschen an Silvester auf einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz

Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Nach Angriffen auf Polizeibeamte im Rahmen der Silvesterrandale am Connewitzer Kreuz in Leipzig ist ein 29-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Leipzig sprach den mehrfach vorbestraften Mann wegen tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung sowie Bedrohung schuldig, wie das Gericht dem SPIEGEL bestätigte.

Es verurteilte ihn zu einem Jahr und zwei Monaten Haft. Eine Bewährungsstrafe komme wegen einer schlechten Sozialprognose nicht infrage, begründete Richterin Birgit Riedel die Entscheidung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte an, Rechtsmittel zu prüfen.

Der Angeklagte soll in der Silvesternacht in Leipzig von einem Polizisten zur Seite gedrängt worden sein und deswegen eine Trittbewegung gemacht haben. Getroffen habe er aber niemanden. Bei der anschließenden Festnahme soll er sich zur Wehr gesetzt und drei Beamte beleidigt und in einem Fall bedroht haben. Am nächsten Morgen soll der 29-Jährige im zentralen Polizeigewahrsam einen Polizeibeamten zur Seite gestoßen und ebenfalls beleidigt haben. Verletzt wurde der 59-jährige Polizist aber nicht.

Vorwürfe gegen Randalierer und Polizisten

Bei den Ausschreitungen in dem linksalternativ geprägten Stadtviertel waren unter anderem Steine und Böller auf die Polizisten geworfen worden, ein Beamter wurde am Ohr schwer verletzt. Mit diesen Taten steht der Angeklagte, der seit dem 2. Januar in Untersuchungshaft sitzt, aber nicht in Verbindung.

Umgekehrt erhoben Aktivisten Vorwürfe gegen die Polizei, die zu brutal vorgegangen sei. Zwei Frauen haben Anzeige erstattet.  Die Polizei musste außerdem die Angabe korrigieren, ein Beamter habe sich einer Notoperation unterzogen - auch an anderen Informationen gab es Zweifel.

Wenige Wochen nach Silvester eskalierte die Lage in Connewitz erneut. Rund 1600 Menschen demonstrierten gegen das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia", dabei wurden nach Polizeiangaben sechs Beamte durch Steinwürfe verletzt; auch Journalisten berichteten von Angriffen.

kko/dpa
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