Silvesternacht in Leipzig-Connewitz Mann nach Angriffen auf Polizisten zu Bewährungsstrafe verurteilt

Noch immer ist nicht geklärt, was genau in der Silvesternacht in Leipzig-Connewitz geschah. Nach Ausschreitungen zwischen Polizisten und Autonomen wurde ein erster Täter nun verurteilt.
Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz in der Silvesternacht. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz in der Silvesternacht. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Nach den Angriffen auf Polizisten zu Silvester in Leipzig-Connewitz ist ein erster Beschuldigter zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach den 27-jährigen Mann in einem sogenannten beschleunigten Verfahren schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Urteil erging demnach wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und ist rechtskräftig. Laut Anklage stellte der Mann einem rennenden Polizisten während einer Einsatzmaßnahme ein Bein. Der Beamte stürzte laut Staatsanwaltschaft und verletzte sich.

Wie die Anklagebehörde nach der Verhandlung weiter mitteilte, räumte der Beschuldigte die Tat vor Gericht ein. Er bat bei dem Polizisten um Entschuldigung. Nach dem Urteil kam er wieder frei. Bis zur Verhandlung hatte er noch in Untersuchungshaft gesessen.

Polizei ermittelt wegen Mordes

Bei den Angriffen im linksalternativ geprägten Connewitz waren mehrere Polizisten verletzt worden, einer davon nach Behördenangaben schwer. Den Ermittlern zufolge rissen Täter ihm den Helm vom Kopf und übten massive Gewalt gegen Körper und Kopf aus. Der 38-Jährige soll mit einem Schädel-Hirn-Trauma sowie einer schweren Verletzung am Ohr ins Krankenhaus eingeliefert worden sein, wo er operiert wurde. Laut Polizei wurden Beamte in der Neujahrsnacht aus einer Gruppe heraus massiv angegriffen. Drei weitere Beschuldigte sitzen noch in Untersuchungshaft.

Ihnen wird ebenfalls Widerstand sowie Körperverletzung vorgeworfen. Die Attacke auf den 38-Jährigen stuft die Staatsanwaltschaft als Mordversuch ein. Der Tod des Mannes sei billigend in Kauf genommen worden. Die Staatsanwaltschaft geht eigenen Angaben zufolge von niedrigen Beweggründen aus: Der Mann sei attackiert worden, weil er Polizist ist. Mit dieser Tat haben die drei noch Inhaftierten allerdings nichts zu tun.

bam/afp