Vogelnester eingemauert Polizei ermittelt wegen toter Küken

In Leipzig wurden brütende Vögel möglicherweise absichtlich eingemauert. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung der Tiere.

Ein brütender Spatz und sein Gelege konnten gerettet werden (Symbolbild)
Nicolas Armer/dpa

Ein brütender Spatz und sein Gelege konnten gerettet werden (Symbolbild)


Sie kamen zu spät. Vier Küken waren bereits tot, als die Feuerwehr vergangene Woche die verschlossenen Bruthöhlen in einem Wohnhaus in Leipzig-Grünau öffnete. Wegen Verstößen gegen das Natur - und Tierschutzgesetz wurde nun Klage gegen die verantwortliche Hausgenossenschaft eingereicht.

Als Karsten Peterlein, Vogelschutzexperte des Leipziger Naturschutzbundes (Nabu), das Haus erreichte, sah er noch, wie ein Star und ein Haussperling vergeblich versuchten, die Nistplätze hinter den Verschlüssen zu erreichen. Der gerufene Hausmeister-Service erklärte: Ein schnelles Eingreifen sei nicht möglich, deshalb alarmierte der Nabu Polizei und Feuerwehr.

Wie der MDR und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichteten, entdeckten die Helfer acht Löcher, die mit Leitungsdämmpolstern und einer "klebrigen Substanz" verschlossen waren. Vier der Löcher waren leer, in vier weiteren Vögel und Gelege eingemauert. Für eine Vogelmutter kam die Hilfe zu spät: Ihre Küken waren bereits verstorben. Die anderen Vögel können weiter brüten.

Wegen der verwendeten Materialien vermuten die Fachleute vom Nabu eine vorsätzliche Tötung der Tiere. Zwar könne es sein, dass die Verantwortlichen die Nistplätze übersehen und aus Unkenntnis gehandelt hätten, sagte Peterlein einem RND-Journalisten zufolge, dennoch sei dies in der Brutsaison rechtswidrig und außerdem Tierquälerei.

muk

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