Korruptionsverdacht in Sachsen Leipziger Polizistin soll Hunderte beschlagnahmte Fahrräder verkauft haben

Das LKA in Sachsen ermittelt wegen des Verdachts auf "Verwertung sichergestellter Fahrräder" innerhalb der Polizei. Laut "Dresdner Morgenpost" soll eine Polizistin mehr als tausend Räder illegal vertickt haben.
Polizeidirektion in Leipzig: Illegaler Handel mit sichergestellten Fahrrädern?

Polizeidirektion in Leipzig: Illegaler Handel mit sichergestellten Fahrrädern?

Foto: Jan Woitas/ dpa

Die Polizei in Sachsen geht einem Korruptionsverdacht in den eigenen Reihen nach. So habe es bei der Polizeidirektion Leipzig den Anfangsverdacht einer Straftat "im Zusammenhang mit der Verwertung sichergestellter Fahrräder" gegeben, teilte das Innenministerium mit. Das Landeskriminalamt (LKA) habe daraufhin Ermittlungen eingeleitet. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft Leipzig geführt.

Mit dieser Bestätigung auf Twitter reagierte das Ministerium auf einen Bericht der "Dresdner Morgenpost" , wonach eine 43-jährige Polizistin innerhalb von vier Jahren mehr als tausend sichergestellte Fahrräder über einen zwischengeschalteten Verein weiterverkauft haben soll. Sie war demnach bei der Ermittlungsgruppe "Zentrale Bearbeitung der Fahrradkriminalität" tätig und hatte Zugang zu den Asservaten.

Zeitung: Quittungen bis ins Jahr 2015

Unter den Kunden der teils hochwertigen Räder, die dem Bericht zufolge für gerade mal 50 bis 100 Euro verscherbelt worden seien, sollen Dutzende Polizeibeamte gewesen sein. Die Zeitung berichtet von einer Hausdurchsuchung, bei der Quittungen bis ins Jahr 2015 gefunden worden seien. Die Ermittler gehen demnach auch gegen Dutzende Käufer in den Reihen der Polizeibeamten vor, die von den illegalen Geschäften profitiert haben sollen, heißt es in der "Mopo" unter Berufung auf einen Sachstandsbericht des LKA.

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Der Fall war im Landesinnenministerium bereits im Sommer 2019 bekannt geworden, eine Information der Öffentlichkeit über diese Ermittlungen fand allerdings nicht statt. Das Ministerium weist den Vorwurf der Vertuschung dennoch zurück und teilte mit, Ermittlungen seien schließlich eingeleitet worden. Und: "Unabhängig von den fortdauernden Ermittlungen hat die Polizeidirektion Leipzig personalrechtliche Maßnahmen vollzogen." Was das genau heißt, ist unklar.

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