London Drei Rucksackbomber stehen vor Gericht

Verschwörung zum Mord, Mordversuch und Sprengstoffbesitz - das sind die Vorwürfe gegen die inhaftierten Hauptverdächtigen der fehlgeschlagenen Anschläge vom 21. Juli in London. Heute müssen die drei mutmaßlichen Rucksackbomber vor Gericht erscheinen. Ein als Drahtzieher geltender Mann wurde an Großbritannien ausgeliefert.


London - Britischen Medien zufolge wird die Anhörung der Terrorverdächtigen Muktar Said Ibrahim (alias Muktar Muhammad Said), Ramsi Mohammed und Yasin Hassan Omar im Belmarsh-Gefängnis in London abhalten. Der vierte der sogenannten Rucksackbomber sitzt in Italien in Haft.

Im Zusammenhang mit den versuchten Attentaten vom 21. Juli wurde nach britischen Medienberichten gestern zudem der 32 Jahre alte Manfo Kwaku Asiedu wegen "Verschwörung zum Mord" und Verschwörung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Seine nicht explodierte Bombe war in einem Londoner Park gefunden worden. Auch er muss heute vor Gericht erscheinen.

Bei den Selbstmordanschlägen auf drei U-Bahnen und einen Bus waren am 7. Juli in London 56 Menschen getötet und etwa 700 weitere verletzt worden. Am 21. Juli versuchten vier Rucksackbomber, erneut Bomben in der Londoner U-Bahn und einem Bus zu zünden. Die Attentate schlugen fehl. Der gebürtige Somalier Omar, 24, war der Polizei am 27. Juli ins Netz gegangen. Muktar Said Ibrahim, 27, und Ramsi Mohammed, 23, wurden am 29. Juli gefasst.

Unterdessen wurde ein mutmaßlicher Hintermann der tödlichen Anschläge vom 7. Juli von Sambia an Großbritannien ausgeliefert. Haroon Rashid Aswat sei nach seiner Ankunft auf einem Luftwaffenstützpunkt von der Londoner Polizei in Haft genommen worden, teilte Scotland Yard mit. Es müsse jetzt über die Auslieferung an die USA entschieden werden. Die dortigen Behörden werfen Aswat vor, er habe 1999/2000 mit anderen versucht, ein Terrorausbildungslager im US-Bundesstaat Oregon aufzubauen.

Der 30-jährige Brite Aswat soll etwa zwei Wochen vor den Anschlägen vom 7. Juli nach Großbritannien eingereist und nur Stunden vor den Explosionen wieder ausgereist sein. Er soll 20 Mal mit den Londoner Rucksackbombern telefoniert haben. Der Brite indischer Abstammung war am 20. Juli von sambischen Sicherheitskräften festgenommen worden.



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