Londoner Hochhausbrand Mangelhafte Ausstattung behinderte Feuerwehr

Nicht genügend Atemgeräte, längere Leitern nicht sofort verfügbar: Beim Großbrand im Grenfell Tower soll die Londoner Feuerwehr laut BBC mit schlechter Ausstattung gekämpft haben.

Grenfell Tower
AP

Grenfell Tower


Die Herausforderung war bereits riesig, doch dann scheinen auch noch große Mängel in der Ausstattung hinzugekommen zu sein: Wie die BBC am Samstag berichtete, konnte sich die Londoner Feuerwehr bei der Bekämpfung des Großbrands im Grenfell-Tower-Hochhaus nicht auf wichtige Instrumente wie ihre Atemgeräte oder ausfahrbare Leitern verlassen. Auch die Kommunikation über Funkgeräte soll nicht reibungslos funktioniert haben.

Am 14. Juni war das 24-stöckige Gebäude in West-London durch einen defekten Kühlschrank in Brand geraten, 80 Menschen starben in der Folge. Über 200 Feuerwehrleute mit 40 Löschfahrzeugen waren beim größten Brand in der britischen Hauptstadt seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz. Sie konnten 65 Menschen aus dem Gebäude retten.

Fotostrecke

8  Bilder
Hochhausbrand in London: Defekter Kühlschrank war Brandursache

Aber hätten es auch noch mehr sein können? Nach dem Bericht der BBC hatte die Feuerwehr nicht genügend Spezialatemgeräte parat, die ihnen einen längeren Einsatz von bis zu 45 Minuten in dem brennenden Hochhaus ermöglicht hätten. Auch sei eine lange, ausfahrbare Leiter, mit der man bis zum zehnten Stockwerk gelangt wäre, erst nach 30 Minuten angekommen.

Feuerwehrleute sollen auch über Probleme mit dem Wasserdruck geklagt haben. Die zuständige Firma Thames Water sagte der BBC jedoch, dass Vorwürfe, der Wasserdruck sei zu niedrig gewesen oder Thames Water hätte nicht genügend Wasser während des Einsatzes bereit stellen können, jeder Grundlage entbehrten.

Die Londoner Feuerwehr sagte gegenüber der BBC, dass sie ihre Abläufe nach dem Feuer geändert habe und dass der Einsatz evaluiert werde. Premierministerin Theresa May hat bereits eine Untersuchung zu den Ursachen des Feuers angekündigt. Auch die Polizei hat mit groß angelegten Ermittlungen dazu begonnen, ob es im Vorfeld sowie in der Folge des Brands zu Straftaten, darunter Tötungsdelikten, gekommen ist.

hpi/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.