Kidnapping-Vorwürfe London liefert "Wunderbaby"-Prediger aus

Nur mit Hilfe von Gebeten will Gilbert Deya unfruchtbaren Frauen den Kinderwunsch erfüllt haben. Nun muss der Prediger vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, die "Wunderbabys" aus einem Krankenhaus entführt zu haben.
Gilbert Deya (Archiv)

Gilbert Deya (Archiv)

Foto: SHAUN CURRY/ AFP

Mindestens fünf Kinder soll Gilbert Deya gemeinsam mit seiner Frau Mary aus einem Krankenhaus in Nairobi entführt haben, nun soll der Fernsehprediger dafür in Kenia zur Verantwortung gezogen werden. Der bisher in Großbritannien lebende Deya wurde in sein Heimatland ausgeliefert.

Der Prediger will unfruchtbaren Frauen oder Frauen nach der Menopause allein mit Hilfe von Gebeten zu Babys verholfen haben. Kenianische Staatsanwälte werfen ihm jedoch vor, die zwischen 1999 und 2004 entführten Kinder als "Wunderbabys" an gutgläubige Frauen weitergegeben zu haben.

Die Machenschaften von Deya und seiner Frau flogen im Jahr 2004 auf. Laut Anklage hatten sie bis dahin mindestens fünf Kinder aus dem Krankenhaus verschleppt. Den Frauen erzählten sie, sie würden in nur vier Monaten ihre Wunschbabys bekommen - ohne Geschlechtsverkehr und nur mit Hilfe von Gebeten.

Deyas Auslieferung wurde erstmals vor zehn Jahren angeordnet, darauf folgte ein mehrjähriger Rechtsstreit. 2011 dann ordnete die damalige britische Innenministerin Theresa May Deyas endgültige Auslieferung an, nachdem er den Rechtsweg voll ausgeschöpft hatte.

Laut BBC hatte  Deya seine Auslieferung bis zuletzt verhindern wollen, weil er Folter und die Todesstrafe fürchtete. Demnach wurde seine Frau bereits 2007 zu zwei Jahren Haft wegen Kindesentführung in Kenia verurteilt. 2011 musste sie für weitere drei Jahre ins Gefängnis, weil sie erneut ein Kind entführt hatte. Gilbert Deya weist bislang alle Vorwürfe zurück.

Der Fernsehprediger leitete seine Gemeinde Gilbert Deya Ministries vom Londoner Stadtteil Peckham aus. Laut ihrer Webseite hat sie mehr als 34.000 Mitglieder in Großbritannien.

asc/AFP
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