Großbritannien Mutter lässt Kinder jahrelang unnötig operieren

Zwei Kinder in Großbritannien mussten über Jahre hinweg unnötige Operationen ertragen. Ihre Mutter hatte auf diese Art staatliche Beihilfen erschwindelt. Nun ist sie verurteilt worden.

Jahrelang haben zwei Kinder in Großbritannien unnötige medizinische Behandlungen über sich ergehen lassen müssen, weil ihre Mutter durch erfundene Krankengeschichten staatliche Beihilfen in beträchtlicher Höhe erschwindelte.

Ein Gericht verurteilte die sechsfache Mutter aus Croydon bei London zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen Kindesmisshandlung und Betrugs. Die 49-Jährige habe ihren Kindern "außerordentliche Grausamkeiten" zugefügt, erklärte Staatsanwalt Malcolm McHaffie zur Urteilsverkündung.

So wurden dem Jungen und dem Mädchen laut dem Gericht in operativen Eingriffen Ernährungsschläuche in den Magen gelegt, weil die Mutter von schweren Essproblemen berichtet hatte. Der Sohn sei in riskanter Weise mit Steroiden behandelt worden, weil die Mutter angegeben habe, er leide unter schwerem Asthma. An der Schule sei davon aber nie etwas aufgefallen. Die Mutter soll den Sohn zudem ermuntert haben, ein Verhalten zu zeigen, das auf Symptome von Autismus hindeute. Der "Telegraph" berichtet, dem Jungen sei außerdem der Magenumfang in einer Operation um 20 Prozent reduziert worden. Über das Alter der Kinder wurde nichts bekannt.

Auf Grundlage der erfundenen Krankengeschichten habe die Frau umgerechnet mehr als 100.000 Euro an staatlicher Behindertenunterstützung bezogen, hieß es weiter. Zudem seien im Haus der Frau ungenutzte Medikamente gefunden worden, für die der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) mehr als 160.000 Euro ausgegeben habe.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstreckten sich die Misshandlungen der Mutter an den Kindern über zehn Jahre. Dass die Frau ihren Kindern dies wegen eines Beihilfeschwindels zugemutet habe, liege "außerhalb des Fassungsvermögens", erklärte Staatsanwalt McHaffie. Die Haftstrafe bezeichnete er als "erheblich".

Die Ermittler hatten drei Jahre lang Informationen zu dem Fall zusammengetragen. Das Gericht befragte in dem Verfahren 114 Zeugen.

cnn/AFP
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