Scheidung nach 30 Jahren Ehe Ex-Frau von russischem Oligarchen scheitert mit Milliardenklage

In London wollte die Ex-Frau des russischen Oligarchen Wladimir Potanin rund 4,6 Milliarden Pfund erstreiten. Doch die Richter ließen ihre Scheidungsklage nicht zu - mit einer bemerkenswerten Begründung.

Da waren sie noch ein Paar: Wladimir Potanin und Natalija Potanina
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Da waren sie noch ein Paar: Wladimir Potanin und Natalija Potanina


Natalija Potanina, die Ex-Frau des russischen Oligarchen Wladimir Potanin, ist vor einem Londoner Gericht mit einer Scheidungsklage in Milliardenhöhe gescheitert. Als Grund nannte der Richter in seinem am Freitag veröffentlichten Urteil, dass ansonsten dem "Scheidungstourismus" in England Tür und Tor geöffnet worden wären.

Potanin zufolge waren seiner Ex-Frau in Russland umgerechnet 84 Millionen Dollar zugesprochen worden. Sie selbst hingegen sprach von lediglich ungefähr 40 Millionen Dollar, wie unter anderem Bloomberg berichtete.

In London hatte Potanina nun rund 4,6 Milliarden britische Pfund von ihrem früheren Ehemann verlangt. Das Paar war seit 1983 verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der Metallmagnat hatte sich 2007 von ihr getrennt. Die Scheidung erfolgte 2014.

Der Richter erkannte zwar an, dass Potanina in Russland eine - nach englischen Maßstäben - "dürftige Entschädigung" erhalten habe. Ihr Fall handele sich allerdings um ein "klassisches Beispiel" dafür, dass jemand ohne Beziehung zu Großbritannien versuche, dank des "großzügigeren Ansatzes" des englischen Rechtssystems höhere Ansprüche als im Heimatland geltend zu machen.

Nach ihrer Ankunft in London habe sie als Erstes einen Scheidungsanwalt aufgesucht. Wenn der Klage stattgegeben worden wäre, "hätte es keine Beschränkung für Scheidungstourismus" gegeben, sagte der Richter. Potanina kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

bbr/dpa

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