Londoner Terrorplan Justiz klagt weitere Verdächtige an

Elf von insgesamt 24 Verdächtigen sind wegen der geplanten Anschläge auf Passagierflugzeuge in die USA bereits angeklagt. Nun hat die britische Justiz Anklage gegen drei weitere Verdächtige erhoben.


London - Damit stieg die Zahl der Anklagen im Zusammenhang mit dem Londoner Terrorplot auf 14, meldet die britische Zeitung "The Guardian".

Flughafen Gatwick: Nach den vereitelten Anschlägen herrschen im ganzen Land starke Sicherheitsvorkehrungen
AFP

Flughafen Gatwick: Nach den vereitelten Anschlägen herrschen im ganzen Land starke Sicherheitsvorkehrungen

Acht der Verdächtigen müssen sich wegen Mordkomplotts verantworten. Wieder anderen, darunter zwei Frauen und einem 17-jährigen Jugendlichen, werden weniger schwerwiegende Vergehen im Rahmen des Antiterror-Gesetzes vorgeworfen. Die drei Männer, gegen die jetzt Anklage erhoben wurde, erschienen heute vor einem Londoner Gericht. Ihre U-Haft wurde zunächst bis zum 4. September festgesetzt.

Bei den übrigen Festgenommenen steht eine Anklage noch aus. Nach britischem Recht können sie aber bis zu 28 Tage in Polizeigewahrsam bleiben.

Laut Polizei sollen die Hauptverdächtigen geplant haben, Flüssigsprengstoff und selbstgebastelte Bombenteile an Bord von mehreren Linienflügen in die USA zu schmuggeln, dort zusammenzusetzen und zu zünden. Scotland Yard beschrieb den Terror-Plan als einen "versuchten Massenmord in einem bislang unvorstellbaren Ausmaß".

Die meisten Verdächtigen sind Briten pakistanischer Abstammung im Alter zwischen 19 und 28 Jahren. Auch in Pakistan gab es Festnahmen.

Unterdessen zweifeln Experten an der Umsetzbarkeit des Terrorplots. So sagte der britische Waffen-Sachverständige Nigel Wylde dem Hamburger Magazin "Stern", das Mischen der Chemikalien sei nur bei einer Temperatur von Null Grad Celsius möglich. Zudem hätte es an Bord viele Stunden gedauert und starken Gestank verursacht. "Entweder die Sicherheitskräfte haben ganz andere Erkenntnisse oder sie haben eine Gruppe junger Menschen auffliegen lassen, die zwar dachten, sie könnten Tausende töten, es aber nie vermocht hätten."

aki/AFP/reuters/dpa



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