Entscheidung in Los Angeles Gericht bestätigt Kondompflicht für Pornodarsteller

Kondome bleiben für Pornodarsteller bei Dreharbeiten in Los Angeles Pflicht. Das hat ein Berufungsgericht in Kalifornien entschieden. Branchenvertreter hatten eine Einschränkung der freien Meinungsäußerung gesehen.

Pornodreh in Los Angeles (Archiv): Kondompflicht für Darsteller bestätigt
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Pornodreh in Los Angeles (Archiv): Kondompflicht für Darsteller bestätigt


Los Angeles - Die Klage hatte keinen Erfolg: Pornodarsteller in Los Angeles müssen beim Dreh weiter Kondome tragen. Das hat ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Kalifornien entschieden - und damit eine als Measure B bekannte Entscheidung eines Gerichts vom November 2012 bestätigt. Branchenvertreter hatten dagegen geklagt, weil sie in der Kondompflicht eine Einschränkung des ersten Verfassungszusatzes der freien Meinungsäußerung sahen.

Measure B verpflichtet Pornodarsteller nicht nur, Kondome zu tragen, sondern auch, ein Gesundheitszeugnis vorzulegen und eine Zulassungsgebühr zu zahlen. Mit den Maßnahmen wollen die Behörden die Zahl der Ansteckungen bei sexuell übertragbaren Krankheiten, insbesondere Aids, verringern.

Die Vorschrift lasse "die Tür für andere Mittel der freien Meinungsäußerung offen", urteilte das Berufungsgericht in San Francisco. Die Pornofilm-Unternehmen hatten argumentiert, sie selbst ergriffen zum Schutz ihrer Darsteller schon ausreichende Maßnahmen. So würden alle Mitwirkenden regelmäßigen HIV-Tests unterzogen, die bei einem positiven Befund zum Abbruch der Arbeiten führe. Auch würden daraufhin alle Kollegen untersucht, die mit den Betroffenen Sexualkontakte hatten. Vor einiger Zeit hatte die HIV-Ansteckung eines Darstellers vorübergehend zu einem Stopp der Porno-Produktionen in Kalifornien geführt.

In der Sexfilm-Industrie von Los Angeles, die vor allem im nördlichen Vorort San Fernando Valley angesiedelt ist, führte Measure B zu einem Rückgang der Filmproduktionen. Unternehmen wichen auf Kommunen in Gegenden aus, die der Regelung nicht unterliegen, oder verließen Kalifornien gleich ganz, um in Nachbarbundesstaaten wie Nevada ihre Arbeit fortzusetzen.

Die Filmindustrie in San Fernando Valley beschäftigt rund 10.000 Menschen und erwirtschaftet einen Umsatz von umgerechnet etwa 4,8 Milliarden Euro jährlich.

wit/AFP



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