SPIEGEL ONLINE

Schüsse im Terminal 23-Jähriger tötet Sicherheitskraft am Flughafen Los Angeles

Ein Mann hat am Flughafen in Los Angeles um sich geschossen und einen Mitarbeiter der Flugsicherheitsbehörde getötet. Die Polizei verwundete den Schützen und nahm ihn in Gewahrsam. Sieben weitere Personen wurden verletzt, am Flughafen brach Panik aus.

Los Angeles - Die Polizei in Los Angeles hat einen Mann festgenommen, der zuvor am Flughafen der Stadt um sich gefeuert, einen Mitarbeiter der Flugsicherheitsbehörde TSA getötet sowie mehrere weitere Personen verletzt hatte. Berichte, wonach es mehrere Täter gegeben habe, bestätigten sich laut Polizei nicht.

Ermittler identifizierten den Schützen als Paul Anthony C. Er soll in der Region Los Angeles wohnen. Das Motiv des 23-Jährigen sei unklar, hieß es. Man vermute aufgrund von Schriften, die er bei sich getragen habe, dass er der Regierung feindselig gesonnen sei. US-Präsident Barack Obama äußerte seine Besorgnis, kommentierte den Vorfall jedoch nicht weiter und verwies auf die offiziellen Ermittlungen.

Die "Los Angeles Times" hatte zunächst berichtet, der Schütze sei selbst ein TSA-Mitarbeiter gewesen. Dies korrigierte das Blatt - der Mann sei ein Passagier gewesen und habe nie für die Behörde gearbeitet. Auch die Meldung, der Mann sei im Feuergefecht mit Sicherheitskräften getötet worden, zog die Zeitung zurück - eine offizielle Bestätigung dafür hatte es nie gegeben. Der Zustand des Schützen sei allerdings kritisch, so das Blatt.

C. war offenbar mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnet. Sieben Personen wurden von Einsatzkräften versorgt, sechs von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Das teilten Polizei und Feuerwehr mit. Der Zustand einer Person sei kritisch, berichtete eines der Krankenhäuser. Laut CNN hatten die Behörden noch keinen Überblick über mögliche weitere Verletzte.

Fotostrecke

Flughafen Los Angeles: Schutz suchen auf dem Rollfeld

Foto: Ringo Chiu/ AP/dpa

Der Schütze hatte gegen 9.30 Uhr (Ortszeit) das Terminal drei betreten, die Waffe aus einer Tasche gezogen und das Feuer eröffnet. Die Flughafenpolizei schoss zurück. Nach Angaben von Augenzeugen fielen einige Schüsse. Den Bewaffneten hätten mehrere Schüsse am Oberkörper getroffen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Polizei-Insider.

Nach den ersten Schüssen brach Panik aus, Passagiere flüchteten auf das Rollfeld oder in andere Gebäude. Ein Reisender erzählte dem Sender CNN, viele Menschen hätten Schutz gesucht. Reisende hätten geschrien und Kinder geweint. Unter den Wartenden sei Panik ausgebrochen, viele hätten sich aus Angst hinter Stühlen versteckt.

"Polizisten mit gezogener Waffe riefen: 'Dies ist keine Übung, Hände hoch!'", berichtete ein anderer Augenzeuge. "Es war angsteinflößend, so etwas habe ich noch nie erlebt." Der gesamte Flughafen wurde durchsucht, ein Bombenentschärfungskommando wurde sicherheitshalber alarmiert.

Tausende Fluggäste saßen fest. Zunächst war der Flugverkehr zum Erliegen gekommen. Später sagte Eric Garcetti, Bürgermeister der Stadt, von mehreren Terminals würden wieder Flüge starten. Aber es würden keine weiteren Fluggäste auf das Gelände gelassen. Um den Flughafen herum wurden zahlreiche Straßen abgesperrt.

Andere Flughäfen waren angewiesen, möglichst keine Maschinen nach Los Angeles abheben zu lassen. Bereits im Anflug befindliche Flüge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Der Flugverkehr in den gesamten USA war beeinträchtigt.

Der Flughafen Los Angeles ist einer der größten in den USA. Von ihm aus werden zahlreiche Ziele in Asien, Australien und Neuseeland angeflogen. Innerhalb der USA gibt es von Los Angeles aus viele Flüge nach San Francisco, Las Vegas und New York.

ulz/AP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.