Arbery-Anwalt eingeschaltet US-Polizisten erschossen schwarze Rettungssanitäterin

Polizisten suchten in der Wohnung von Breonna Taylor nach einem Verdächtigen - und sollen die 26-Jährige mit acht Schüssen getötet haben. Ihre Familie beauftragte Bürgerrechtsanwalt Ben Crump mit dem Fall.
Polizeieinsatz (Archivbild)

Polizeieinsatz (Archivbild)

Foto: TRACIE VAN AUKEN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Im US-Bundesstaat Kentucky sollen Polizisten eine 26-jährige Afroamerikanerin in ihrer Wohnung erschossen haben. Der Fall ereignete sich bereits am 13. März in Louisville. Bürgerrechtsanwalt Ben Crump ging allerdings erst nach seiner Beauftragung durch die Familie der Toten am Montag mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Die Familie hat Klage gegen die Beamten eingereicht.

Breonna Taylor und ihr Freund schliefen nach Angaben des Anwalts in ihrer Wohnung, als die Polizei auf der Suche nach einem Verdächtigen eindrang. Die Beamten hätten in einem Betäubungsmittelfall nach einem Mann gefahndet, der gar nicht mehr in dem Gebäude wohnte und sich bereits in Haft befand.

Der Anwalt von Taylors Freund Kenneth Walker erklärte, die Polizisten hätten sich beim Betreten der Wohnung nicht angekündigt. Walker, der einen Waffenschein besitzt, habe sie für Einbrecher gehalten und aus Selbstverteidigung auf sie geschossen. Die Polizei wiederum erklärte, sie habe das Feuer eröffnet, weil ein Beamter in der Wohnung angeschossen und verwundet worden sei.

"Breonna Taylor wurde mindestens achtmal von den Schüssen der Polizisten getroffen und starb infolgedessen", heißt es in der Klage gegen die Polizisten: "Breonna hatte keine Bedrohung für die Polizisten dargestellt und nichts getan, was den Tod durch ihre Hand gerechtfertigt hätte." Die Polizei äußerte sich bislang mit dem Hinweis auf interne Ermittlungen nicht weiter zu dem Fall.

Walker sitzt in Haft

Taylors Freund Walker wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Er sitzt bis heute in Haft. Gegen die Polizisten wurde Crump zufolge hingegen bislang nicht vorgegangen. Die Polizei habe sich weder zu den Umständen "dieser Tragödie" geäußert, noch habe sie die Verantwortung für die "sinnlose Tötung" Taylors übernommen, so Crump.

Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, erklärte am Dienstag: "Meine Priorität ist es, dass die Wahrheit ans Licht kommt und Gerechtigkeit waltet." Der Fall werde derzeit untersucht. Er wies jedoch darauf hin, dass bei der Polizeiarbeit "unglaublich schwierige Situationen" auftreten könnten. Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kritisierte, Taylor sei vor zwei Monaten getötet worden "und seitdem ist nichts passiert".

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Der Anwalt Ben Crump vertritt auch die Familie des Afroamerikaners Ahmaud Arbery, der Ende Februar beim Joggen in einem Wohnviertel im Bundesstaat Georgia mutmaßlich von zwei weißen Männern erschossen wurde.

ptz/AFP/AP
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