Love-Parade-Katastrophe Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus

Mehr als ein Jahr nach der Duisburger Love-Parade-Katastrophe hat die Staatsanwaltschaft nach Informationen des SPIEGEL Ermittlungen gegen den damaligen Organisationsleiter aufgenommen. Seine Wohnung wurde nach Beweisen durchsucht.

Massenpanik im Juli 2010: 17 Personen der fahrlässigen Tötung verdächtigt
dpa

Massenpanik im Juli 2010: 17 Personen der fahrlässigen Tötung verdächtigt

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Duisburg - Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zur Katastrophe der Love Parade in Duisburg ausgeweitet. Der Duisburger Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch bestätigte dem SPIEGEL, dass nunmehr ein weiterer Mitarbeiter der Firma Lopavent als Beschuldigter geführt werde. Lopavent hatte die Techno-Parade am 24. Juli 2010 ausgerichtet.

Damit erhöht sich die Zahl der Personen, die im Verdacht der fahrlässigen Tötung in 21 Fällen stehen, von 16 auf 17. Wie Nowotsch ebenfalls bestätigte, wurde heute die Wohnung des Mannes durchsucht, um Beweismaterial sicherzustellen.

Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei dem neuen Beschuldigten um den ehemaligen Organisationsleiter ("Head of Organisation") der Love Parade. Laut einer vertraulichen "Veranstaltungsbeschreibung" oblag dem Bochumer seinerzeit die Gesamtleitung der Musikveranstaltung, bei der es zu einer Massenpanik kam, in deren Folge 21 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden.

Im Zusammenhang mit der Katastrophe wird derzeit gegen vier weitere ehemalige freie Mitarbeiter von Lopavent, gegen elf Verantwortliche der Stadt Duisburg sowie gegen den damaligen Einsatzleiter der Polizei ermittelt. Der neue Beschuldigte war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst nicht zu erreichen.



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derlabbecker 24.10.2011
1. nach über einem Jahr...
.... wenn die meinen da noch was zu finden ist der Typ strunzdoof. Der hat doch eh schon alles in den Rhein gekippt, wenn er schlau war. Beweise sammelt man sofort, oder man lässt es bleiben.
Achim 24.10.2011
2. Donnerwetter
Nach mehr als einem Jahr beginnen Ermittlungen gegen den Organisationsleiter. Wahnsinnstempo. Und dann glaubt man, bei dem noch was zu finden???
brasilpe 24.10.2011
3. Richtig.
Zitat von derlabbecker.... wenn die meinen da noch was zu finden ist der Typ strunzdoof. Der hat doch eh schon alles in den Rhein gekippt, wenn er schlau war. Beweise sammelt man sofort, oder man lässt es bleiben.
Die Ermittlungen haben ohnehin nur Feigenblatt-Funktion. Eine Krähe ...
harry_buttle 24.10.2011
4. ?
---Zitat--- Im Zusammenhang mit der Katastrophe wird derzeit gegen vier weitere ehemalige freie Mitarbeiter von Lopavent, gegen elf Verantwortliche der Stadt Duisburg sowie gegen den damaligen Einsatzleiter der Polizei ermittelt. ---Zitatende--- Gehört der Bürgermeister eigentlich auch zu den elf Verantwortliche der Stadt Duisburg gegen die ermittelt wird? Sollte ich diese Information verdrängt haben, so sei es der Zeit geschuldet.
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