Schreie bei Videodreh Polizei kontrolliert Wohnung – und findet Kollegen und Drogen

Schreie und Kampfgeräusche bei der Produktion eines Musikvideos: Die Polizei schaut in einer Ludwigshafener Wohnung nach dem Rechten. Dort entdeckt sie Betäubungsmittel und zwei hessische Bereitschaftspolizisten.
Foto: Carsten Rehder/ picture alliance/dpa

Zwei hessische Bereitschaftspolizisten, gegen die bereits wegen eines Betäubungsmitteldelikts ermittelt wird, sind in einer Ludwigshafener Wohnung mit mutmaßlich weiteren Drogen angetroffen worden. In der Wohnung seien zwei Kilogramm einer weißen Substanz gefunden worden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal auf Nachfrage mit.

Ein Vortest habe ergeben, dass es sich um Amphetamin handele. Außerdem wurden dem Sprecher zufolge 925 Gramm einer Substanz gefunden, die nach Aussehen und Geruch auf Marihuana schließen lasse. Beide Substanzen seien beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz zur Begutachtung.

Die beiden Männer drehten wohl vergangenen Juni zusammen mit 14 weiteren Personen in der Wohnung ein Musikvideo. Der Polizei wurden Schreie und Kampfgeräusche aus der Wohnung gemeldet. Rheinland-pfälzische Polizeibeamte schauten daraufhin vor Ort nach, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Polizist soll auch Urkunden gefälscht haben

Unklar sei noch, welche Art von Bekanntschaft zwischen den 14 Personen und den beiden Bereitschaftspolizisten bestehe. Man gehe davon aus, dass sie als Komparsen vor Ort gewesen seien. Zusätzlich steht einer der Beamten unter dem Verdacht, Urkunden gefälscht zu haben. Im Kofferraum seines Autos – einem ehemaligen Streifenwagen der hessischen Polizei – befanden sich vier Paar Autokennzeichen. Hier bestehe der Verdacht, dass das aufgeklebte Landessiegel und die TÜV-Plaketten gefälscht sein könnten, so der Behördensprecher. Die entsprechenden Ermittlungen laufen noch.

Gegen die beiden hessischen Polizisten läuft ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Außerdem sei nach Angaben des hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Die disziplinarrechtlichen Ermittlungen seien jedoch bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt.

kek
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