Missbrauchsfall von Lügde Dritter Tatverdächtiger angeklagt

Die Ermittler sind im Missbrauchsfall von Lügde einen Schritt weiter: Auch ein Mann aus Steinheim, der sich auf dem Campingplatz an Kindern vergangen haben soll, ist nun angeklagt worden.

Missbrauchsfall von Lügde: Ende Juni soll der Prozess beginnen.
Guido Kirchner/dpa

Missbrauchsfall von Lügde: Ende Juni soll der Prozess beginnen.


Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde hat das Landgericht Detmold die dritte Anklageschrift erhalten. Das teilte ein Sprecher mit. Das Gericht werde dem 34-jährigen Beschuldigten die Anklage zuleiten und um Stellungnahme bitten.

Details zu den Vorwürfen will das Gericht erst nennen, wenn die Anklage zugestellt ist. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll der Mann aus Steinheim bei Höxter ebenfalls Kinder auf dem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen missbraucht und dabei gefilmt haben.

Im Fall der beiden anderen Beschuldigten hat das Gericht schon Details veröffentlicht. Demnach wirft die Staatsanwaltschaft dem 56-jährigen Hauptverdächtigen Andreas V. in der Anklage 293 Einzeltaten vor. Der Mann soll sich unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des Besitzes von kinderpornografischen Schriften verantworten.

Ein mutmaßlicher Komplize des Mannes aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen von Andreas V. teilgenommen haben soll. Teilweise soll der 49-Jährige den Hauptverdächtigen vorher ausdrücklich zum Missbrauch aufgefordert haben. Darüber hinaus sollen bei dem Mann aus Stade im Januar 42.719 Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt gefunden worden sein.

Bislang hat das Landgericht 16 mutmaßliche Opfer als Nebenkläger in dem Fall zugelassen. Sie werden nach Angaben des Gerichts in der anstehenden Hauptverhandlung von neun Rechtsanwälten vertreten. (Lesen Sie hier ein Interview mit Opferanwalt Peter Wüller) Diese Zahl kann sich nach Angaben des Gerichts bis zum bisher geplanten Prozessauftakt am 27. Juni aber noch ändern.

bbr/dpa

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