Missbrauchsfall Lügde Opfer schildern Angst vor den Angeklagten

Albträume, schulische Probleme und Verunsicherung: Im Prozess zum Missbrauchsfall Lügde wurden Erklärungen verlesen, die einen Eindruck vom Leid und der psychischen Verfassung der Opfer geben.

Bernd Thissen/ DPA

Im Prozess zum Missbrauchsfall in Lüge haben mehrere Opfer über große Angst vor den Angeklagten berichtet. In mehreren vor dem Landgericht in Detmold vorgelesenen Erklärungen äußern zwei Kinder die Sorge, dass die Männer aus dem Gefängnis ausbrechen könnten.

In den Erklärungen ist von Albträumen, schulischen Problemen und völlig verunsicherten Persönlichkeiten die Rede. Sie beziehen sich unter anderem auf Schilderungen von Psychologen und Opferbetreuern.

Außerdem äußerte sich ein Beamter der Bielefelder Polizei als Zeuge zu den Anfängen der Ermittlungen im Februar. Damals übernahm das Polizeipräsidium Bielefeld nach Pannen bei der Polizei in Lippe den Fall. Die Aktenführung der Kollegen sei unzureichend gewesen, alles hätte komplett neu aufgebaut werden müssen, sagte der der 58-jährige Beamte nun. "Die Vernehmung einiger Opfer musste wiederholt werden. Die Befragung zuvor entsprach nicht unseren Standards."

Die beiden Angeklagten sollen über Jahre hinweg auf einem Campingplatz in Lügde bei Detmold Kinder schwer sexuell missbraucht und diese Taten gefilmt haben. Verantworten müssen sich der 56 Jahre alte Andreas V. aus Lügde und der 34 Jahre alte Mario S. aus Steinheim. Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden. Ein Urteil will das Landgericht frühestens im September verkünden.

bbr/dpa

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