Lügde und Bergisch Gladbach Behörden prüfen Verbindung zwischen Missbrauchsfällen

Ein Verwandter des Täters von Bergisch Gladbach hatte offenbar einen Stellplatz auf dem Campingplatz von Lügde. Die dortigen Missbrauchstäter will er nicht kennen. Die Behörden können einen Zufall nicht ausschließen.
Die zum Teil abgerissene Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde (Archivbild)

Die zum Teil abgerissene Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde (Archivbild)

Foto: Guido Kirchner/ DPA

Die Ermittler im Missbrauchskomplex von Bergisch Gladbach sind auf eine Querverbindung zum Missbrauchsfall Lügde gestoßen: Wie Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, prüfen die Behörden bereits seit Längerem Verbindungen zwischen Verwandten des mutmaßlichen Täters von Bergisch Gladbach und dem Campingplatz in Lügde. Aus Sicht der Ermittler könnte es sich auch um einen Zufall handeln.

Wie zuvor "Kölner Stadt-Anzeiger" , WDR  und RTL  berichteten, hatte einer der Verwandten in den Achtziger- und Neunzigerjahren einen Stellplatz auf dem Campingplatz von Lügde. Der Verwandte sei selbst wegen Missbrauchs verurteilt worden. Er bestreite aber, die Täter von Lügde persönlich kennengelernt zu haben, so der "Kölner Stadt-Anzeiger". Wie die dpa erfuhr, kennt die Ermittlungskommission "Berg" den Zusammenhang schon seit geraumer Zeit - ein abschließendes Ergebnis gibt es aber noch nicht. Einiges spreche für Zufall. Noch sei aber nicht komplett ausgeschlossen, dass die Fälle verbunden sind.

Im Fall Lügde geht es um jahrelangen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in der Stadt im Kreis Lippe. In einem weiteren Fall stießen Ermittler ausgehend von Bergisch Gladbach auf zahlreiche Verdächtige, die Kinder missbraucht und Bilder davon bundesweit getauscht haben sollen.

Beschuldigter in Österreich gefunden

Wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilte, hat die Polizei im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach nun auch einen in Österreich lebenden Beschuldigten ermittelt. Nach Angaben der Kölner Polizei gibt es in der Sache allein in Nordrhein-Westfalen derzeit 21 Beschuldigte, von denen acht in Haft sind.

Mutmaßliche Tatorte sind Bergisch Gladbach, Viersen, Krefeld, Dortmund, Aachen, Alsdorf, Kamp-Lintfort und Duisburg. Zudem hat die Polizei Köln 21 Hinweise auf Straftaten in zehn andere Bundesländer weitergeleitet. Dabei handelt es sich um Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland.

ptz/dpa
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