Luxair-Absturz mit 20 Toten Angehörige erstreiten Schmerzensgeld

20 Menschen kamen ums Leben, als eine Luxair-Maschine im November 2002 abstürzte. Jetzt hat ein Gericht in Luxemburg entschieden: Die Angehörigen von drei deutschen Opfern werden entschädigt.

Das Wrack der Luxair-Maschine vom Typ Fokker 50: Absturz am 6. November 2002
DPA

Das Wrack der Luxair-Maschine vom Typ Fokker 50: Absturz am 6. November 2002


Der Weg zu Schadensersatz und Schmerzensgeld ist frei: Zwölfeinhalb Jahre nach dem Absturz eines Luxair-Flugzeugs in Luxemburg können die Hinterbliebenen von drei deutschen Todesopfern entschädigt werden. Das habe der Kassationsgerichtshof in Luxemburg entschieden, sagte ein Justizsprecher. Mit dem Urteil sei die juristische Aufarbeitung des Unglücks beendet.

Den Angehörigen stünden Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt rund 330.000 Euro inklusive Zinsen zu, sagte Opferanwalt Dieter Grozinger.

Die Maschine war am 6. November 2002 auf dem Weg von Berlin nach Luxemburg kurz vor dem Ziel abgestürzt. 15 der 20 Todesopfer waren Deutsche. Schuld am schwersten Unglück der luxemburgischen Luftfahrtgeschichte waren schwere Pilotenfehler und technische Fehlfunktionen an der Fokker 50.

Strafrechtlich wurde die Tragödie bereits im März 2012 abgeschlossen. Damals war der Pilot wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Drei weitere Ex-Mitarbeiter der Fluggesellschaft bekamen Bewährungsstrafen zwischen eineinhalb und zwei Jahren.

Die Verteidiger der Verurteilten versuchten vor dem Kassationsgerichthof, die Anträge der deutschen Familien auf Entschädigung wegen Verjährung abzulehnen. Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht.

wit/dpa



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