Üble Nachrede Ex-Ermittler muss Maddies Eltern halbe Million Euro zahlen

Ein Gericht in Lissabon hat den früheren Chefermittler im Fall der verschwundenen Maddie McCann verurteilt. Gonçalo Amaral muss den Eltern des Mädchens 500.000 Euro Schadensersatz zahlen - weil er sie in einem Buch beschuldigt hat.

Foto von Maddie McCann (2007): Seit acht Jahren spurlos verschwunden
Getty Images

Foto von Maddie McCann (2007): Seit acht Jahren spurlos verschwunden


Die Eltern des vor knapp acht Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie bekommen vom ehemaligen Chefermittler wegen übler Nachrede eine Entschädigung von einer halben Million Euro. Das hat ein Zivilgericht in Lissabon im Prozess gegen Gonçalo Amaral entschieden.

In seinem Buch "Die Wahrheit über die Lüge" von 2008 hatte Amaral behauptet, Madeleine McCann sei tot - vermutlich bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Eltern hätten dies vertuscht und die Leiche des Mädchens versteckt.

Damit habe er den Eltern Schaden zugefügt, hatte das Gericht bereits vor Wochen befunden. Nun müsse der Ex-Ermittler jedem Elternteil 250.000 Euro zahlen, so die Anwältin der Eltern. Hinzu kämen seit 2010 aufgelaufene Zinsen in Gesamthöhe von 106.000 Euro. Zudem sei das Verkaufsverbot für das Buch bestätigt worden.

Das Buch sei schockierend und eine "Beleidigung der Familie", hatte Vater Gerry vor Gericht ausgesagt. Die Eltern hatten Amaral wegen übler Nachrede auf 1,2 Millionen Euro verklagt. Amaral war vor der Veröffentlichung des Buches von den Ermittlungen abgezogen worden.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag bei einem Familienurlaub an der Algarveküste aus einer Ferienanlage in Praia da Luz spurlos verschwunden. Die portugiesische Justiz stellte die Ermittlungen 2008 zunächst ein, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf. Die Polizei vermutet eine Entführung, schließt aber auch andere Möglichkeiten nicht aus.

wit/dpa/AFP

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