Vor Auslieferung nach Italien Mafiaboss türmt aus Gefängnis in Uruguay

Er war 23 Jahre auf der Flucht, saß dann in Uruguay in Haft. Vor seiner Auslieferung nach Italien hat sich Mafiaboss Rocco Morabito nun aus dem Gefängnis abgesetzt.

Mafiaboss Rocco Morabito bei seiner Verhaftung in Uruguay
Marina Militare/ AFP

Mafiaboss Rocco Morabito bei seiner Verhaftung in Uruguay


Viele Jahre lang entzog er sich dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden, dann wurde er 2017 in Uruguay inhaftiert. Nun ist Rocco Morabito die Flucht aus dem Gefängnis gelungen.

In der Nacht zum Montag sei der 52-Jährige mit drei anderen Häftlingen aus einer Haftanstalt in der Hauptstadt Montevideo getürmt, teilte das Innenministerium des südamerikanischen Landes mit.

Die Männer seien über das Dach des Gefängnisses in eine Wohnung des Nachbargebäudes eingedrungen, hätten die Bewohnerin bestohlen und seien dann geflohen. Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Flüchtigen ein.

Morabito sollte nach Italien ausgeliefert werden. Laut Angaben der italienischen Justiz gehört er zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta und gilt als einer der gefährlichsten Clanchefs. Der 52-Jährige soll vor allem für den Drogenhandel zwischen Südamerika und Mailand verantwortlich gewesen sein. Der sogenannte Kokainkönig von Mailand wurde unter anderem wegen Drogenhandels und Mafiazugehörigkeit zu 30 Jahren Haft verurteilt.

Vor seiner Festnahme hatte Morabito 13 Jahre lang in dem Badeort Punta del Este gewohnt. Er flog nur deshalb auf, weil seine Tochter unter ihrem richtigen Namen an einer Schule angemeldet wurde.

Italiens Innenminister Matteo Salvini bezeichnete es als "befremdlich und schwerwiegend", dass es dem Ndrangheta-Boss gelungen sei, zu fliehen. Er forderte die Regierung Uruguays zur vollständigen Aufklärung des Vorfalls auf. Italien werde die "Jagd" nach dem Mafioso fortsetzen, "wo immer er sich befindet, um ihn in den Knast zu stecken, wie er es verdient".

ala/dpa/AFP



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