Kita in Mainz Ermittlungen wegen sexueller Gewalt unter Kindern eingestellt

In Mainz hatte die Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter einer Kita ermittelt, weil es unter Kindern Fälle sexueller Gewalt gegeben haben soll. Nun gehen die Ermittler dem Fall nicht mehr nach.


Die Vorwürfe wogen schwer: In einer kleinen katholischen Kita in Mainz hätte es in großem Ausmaß sexuelle Übergriffe unter Kindern gegeben, erklärte der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann im Sommer 2015. Nun wurden die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter endgültig eingestellt, nachdem schon im November 2015 die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller Zweifel an der Darstellung der Ereignisse hatte erkennen lassen.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe, die zunächst auf Berichte von Eltern zurückgingen, wurde allen sieben Mitarbeitern der Einrichtung gekündigt, die Kita zeitweise geschlossen. Während der Ermittlungen wurden 32 Kinder, mehr als 35 Eltern und Bezugspersonen sowie weitere zehn Zeugen verhört. Auch Kinderärzte, Rechtsmediziner und Sachverständige wurden hinzugezogen.

Nun erklärte die Staatsanwaltschaft Mainz, es hätten sich keine Beweise für eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht noch für andere Straftaten wie Körperverletzung ergeben.

Sechs der sieben entlassenen Kita-Mitarbeiter hatten vor dem Arbeitsgericht gegen ihre Kündigung geklagt. Drei der Kündigungen wurden inzwischen aufgehoben. Die betroffenen Erzieher sollen nun in anderen Einrichtungen des Bistums Mainz tätig werden. Die Kita selbst soll im Oktober wieder geöffnet werden.

cne/dpa



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