Malediven Vizepräsident soll hinter Anschlag auf Präsident stecken

Ende September überlebte der Präsident der Malediven eine Explosion auf einem Schnellboot. Nun haben die Ermittler einen Verdächtigen festgenommen: Es ist der Stellvertreter des Staatschefs.
Vizepräsident Ahmed Adeeb bei einer Gala im August: Festgenommen wegen "Hochverrats"

Vizepräsident Ahmed Adeeb bei einer Gala im August: Festgenommen wegen "Hochverrats"

Foto: Maledives President's Office/ dpa

Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Präsidenten der Malediven hat die Polizei dessen Stellvertreter festgenommen. Wie ein Sprecher mitteilte, befinde sich Vizepräsident Ahmed Adheeb in Untersuchungshaft.

Der Präsident der Malediven, Abdulla Yameen, war Ende September mit seiner Frau nach Mekka zum Hadsch gereist. Bei seiner Rückkehr wurde er dann Ziel eines Attentats. Kurz bevor sein Schnellboot anlegte, kam es zu einer Explosion an Bord. Yameens Ehefrau, ein Angestellter und ein Leibwächter wurden verletzt, er selbst blieb verschont.

Explosion auf Schnellboot: Rettungskräfte geleiten Verletzte an Land

Explosion auf Schnellboot: Rettungskräfte geleiten Verletzte an Land

Foto: Yoosuf Sofwan/ AP/dpa

Die Ermittler haben keine Zweifel daran, dass der Anschlag dem Präsidenten galt. Der Sprengsatz detonierte unter seinem Stammsitz. Inwiefern Vizepräsident Adheeb an dem Attentat beteiligt war, sagten die Ermittler nicht. Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Ihm werde "Hochverrat" vorgeworfen, erklärte der Innenminister des Landes, Umar Naseer, auf Twitter.

Präsident Yameen ist durchaus umstritten. Kritiker werfen ihm vor, er wolle die Opposition mundtot machen. Im Mai gab es Massenproteste gegen ihn.

gam/AP/Reuters
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