Fotostrecke

Urteil gegen Augsburgblumen-Maler: "Die Welt ein bisschen schöner machen"

Foto: Stefan Puchner/ dpa

Bewährungs- und Geldstrafe Gericht verurteilt Maler der Augsburgblumen

Bernhard T. wollte "die Welt ein bisschen schöner machen" - und sprühte Hunderte Blumenmotive an Häuser in Augsburg und Umgebung. Inzwischen gibt es sogar T-Shirts und Anstecker mit der sogenannten Augsburgblume. Nun wurde der 25-Jährige wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Augsburg - Es war ein bekanntes Motiv in Augsburg und Umgebung: Von August 2010 bis Dezember 2011 verzierte ein 25-jähriger Maler zahlreiche Gebäude mit der sogenannten Augsburgblume, er sprühte sie 470-mal als Graffiti oder brachte entsprechende Aufkleber an. Es gibt inzwischen sogar T-Shirts und Anstecker mit der Augsburgblume zu kaufen, die Stadt hatte kurzzeitig sogar eine Nutzung der Blume zu Marketingzwecken erwogen, den Plan aber wieder verworfen.

"Ich wollte die Welt ein bisschen schöner machen", sagte Maler Bernhard T. zu Beginn des Prozesses gegen ihn. "Es ist ein schönes Motiv zum überall Hinmalen gewesen." Der Angeklagte zeigte Reue: "Ich sehe ein, dass ich Mist gebaut habe, großen Mist. Es tut mir leid. Es kommt nicht mehr vor." Durch seine Taten ist ein geschätzter Sachschaden von mehr als 70.000 Euro entstanden.

Ohne das umfangreiche Geständnis hätte T. wohl eine Gefängnisstrafe bekommen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Nißl vom Augsburger Landgericht. Stattdessen verurteilte er den Maler nun zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro.

Der Angeklagte ist wegen mehrerer Drogen- und Verkehrsdelikte vorbestraft und steht derzeit noch unter Bewährungsauflagen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten sowie eine Geldstrafe von 15.000 Euro gefordert. Die Verteidigung hatte für zehn Monate Bewährung und eine Geldstrafe von 10.500 Euro plädiert.

aar/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.