Mali Mehr als 130 Tote bei Überfall auf Dorf

Sie töteten wahllos Menschen und brannten Häuser nieder: Im zentralafrikanischen Mali haben bewaffnete Personen mehr als 130 Menschen umgebracht. Hinter dem Angriff könnten ethnische Konflikte stecken.


Bei einem bewaffneten Überfall auf ein Dorf in Mali sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 134 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder. Mindestens 55 weitere wurden verletzt. Wie ein Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres mitteilte, hatten bewaffnete Männer das Dorf Ogossagou im Zentrum des Landes angegriffen.

Nach Angaben eines Militärsprechers töteten sie wahllos Menschen und brannten zahlreiche Häuser nieder. Die Regierung habe Truppen in das Dorf entsandt, um die Region zu stabilisieren, sagte der Sprecher.

Guterres zeigte sich schockiert über die Attacke. Der Uno-Generalsekretär forderte die Verantwortlichen in Mali auf, ihre Anstrengungen zur Stabilisierung und Befriedung der Region zu verdoppeln.

Das Auswärtige Amt äußerte sich zu dem Vorfall: "Wir verurteilen das schreckliche Massaker in der Nähe von Mopti an Angehörigen der Peulh-Ethnie mit über 130 Getöteten, darunter Frauen und Kinder, auf das Schärfste. Wir trauern mit den Familien der Opfer und wünschen den Verletzten schnelle Genesung. Dieser erneute Gewaltausbruch darf nicht folgenlos bleiben."

Gesellschaft für bedrohte Völker sprach von einem "Massaker"

Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar. Hintergrund könnten ethnische Konflikte zwischen den Volksgruppen der Fulbe und der Dogon sein. Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen sprach von einem "Massaker", das Dorf sei von Dogon-Jägern eingekreist und überfallen worden. Bei dem Angriff sei ein Großteil der Dorfbevölkerung ermordet worden, später seien fast alle Häuser von der angreifenden Miliz niedergebrannt worden.

Schon im Januar hatte es einen ähnlichen Vorfall in dem Land gegeben. Im Zentrum waren mehr als 35 Zivilisten bei einem bewaffneten Überfall getötet worden. Damals hatte sich der Angriff gegen ein Dorf der Fulbe gerichtet.

Seit 2012 kommen immer mehr islamistische Gruppierungen in das westafrikanische Mali, damals übernahmen sie die Kontrolle über den Norden des Landes. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Immer wieder verüben sie Angriffe auf die malischen Streitkräfte oder die Uno-Friedensmission, an der sich auch die Bundeswehr mit rund 1000 Soldaten beteiligt.

bam/dpa

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